"Discovery"-Start Die zwölf Zentimeter lange Gefahr


Zweimal machte das Wetter den Astronauten einen Strich durch die Rechnung - und nun kommen auch noch technische Probleme hinzu: Der Start der Raumfähre "Discovery" steht erneut auf der Kippe. Schuld sind wieder einmal Probleme mit dem Isolierschaum.

Der dritte Startversuch der Raumfähre "Discovery" mit dem Deutschen Thomas Reiter wird jetzt auch durch ein technisches Problem in Frage gestellt. Techniker der US- Raumfahrtbehörde Nasa haben bei einer Inspektion des Außentanks einen mehr als zwölf Zentimeter langen Riss im Isolierschaum entlang einer Leitung für flüssigen Sauerstoff entdeckt. Zwei Startversuche waren am Samstag und am Sonntag wegen drohender Gewitter abgebrochen worden.

Die Nasa-Spitze wollte noch am Montag entscheiden, ob der Spaceshuttle wie geplant am Dienstag zum Unabhängigkeitstag der USA starten kann. Bislang ist ungeklärt, ob der Riss überhaupt eine Gefährdung für den Spaceshuttle und die siebenköpfige Crew bedeutet. Risse können durch den Temperaturunterschied entstehen, weil flüssiger Sauerstoff zu den kältesten Substanzen gehört.

Schaumstoff machte der Nasa schon öfter Sorgen

Ein abgefallenes und rund 700 Gramm schweres Stück Isolierschaum hatte die tödliche Tragödie um die Raumfähre "Columbia" am 1. Februar 2003 ausgelöst. Abfallende Schaumstoffstücke waren auch der Grund, warum die Nasa die "Discovery" nach dem letzten Flug vor einem Jahr am Boden behalten musste.

Bislang sahen die Nasa-Pläne vor, dass der Spaceshuttle mit der siebenköpfigen Crew am Dienstag um 14.37 Uhr Ortszeit (20.37 Uhr MESZ) startet. Thomas Reiter wird dann als erster Deutscher die Internationale Raumstation ISS besuchen. Er ist zugleich der erste Astronaut der Weltraumorganisation Esa, der zu einem Langzeitaufenthalt von mindestens sechs Monaten an Bord bleiben wird.

DPA DPA

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