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"New Horizons": Nasa sagt Start zum Pluto ab

Die US-Raumsonde "New Horizons" hat wegen starker Winde ihre Reise zum Pluto nicht antreten können. Der nächste Startversuch wird am Mittwoch unternommen.

Wegen heftiger Windböen hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Dienstag den Start ihrer Pluto-Sonde "New Horizons" abgesagt. Ein neuer Versuch sei für Mittwoch, 13.16 Uhr (Ortszeit, 19.16 Uhr MEZ), geplant, hieß es in Cape Canaveral.

Im Jahr 2015 soll die Sonde - so groß wie ein Klavier und etwa eine halbe Tonne schwer - beim Pluto ankommen, dem am weitesten entfernten der neun Planeten unseres Sonnensystems.

Die Nasa arbeitet seit den 70er Jahren an einer Pluto-Mission. Die Zeit drängt, weil sich der Planet seit 1989 auf seiner elliptischen Bahn von der Sonne entfernt und erst in mehr als 100 Jahren wieder annähert. Die US-Raumfahrtbehörde hat bis zum 14. Februar Zeit, die Sonde zu starten. Sollte der Start bis dahin nicht gelingen, gibt es erst im Februar kommenden Jahres wieder ein Startfenster. Dann könnte Pluto wegen einer ungünstigeren Konstellation des Jupiters allerdings erst 2020 erreicht werden.

Auf Atlas' Schultern

Für den ersten Teil der neunjährigen, 4,8 Milliarden Kilometer langen Reise wird die "New Horizons" von einer Atlas-Rakete angetrieben, die sie auf 58.400 Kilometer pro Stunde beschleunigen soll - damit ist sie schneller als ein von der Erde gestartetes Raumschiff je zuvor.

Plutonium treibt die Sonde an

Pluto wurde 1930 entdeckt und ist der letzte noch nicht von Sonden erforschte Planet. Er ist kleiner als der Mond der Erde und ähnelt so sehr den so genannten "Eiszwergen", dass seine Klassifikation als Planet inzwischen umstritten ist. Wegen seiner weiten Entfernung von der Sonne konnte selbst das Weltraumteleskop "Hubble" bislang keine Details auf dem Boden des aus Eis und Gestein geformten Zwerges aufnehmen.

Der Planet und sein größter eigener Mond Charon sind so weit von der Sonne entfernt, dass der "New Horizons" dort nicht genug Licht für die Energiegewinnung zur Verfügung stehen wird. Energie erhält die Sonde daher durch den radioaktiven Zerfall von Plutonium-Kügelchen. Diese betreiben unter anderem sieben wissenschaftliche Instrumente.

Nasa betreibt astronomische Archäologie

Frühestens im Juli 2015 fliegt "New Horizons" in einer Entfernung von rund 10.000 Kilometern - einer kosmischen Winzigkeit - an Pluto vorbei. Wegen ihrer großen Geschwindigkeit wird die Sonde nicht in die Umlaufbahn des Pluto eintreten können. Sie hat jedoch fünf Monate vor der größten Annäherung und einen Monat danach Zeit, um Daten zu sammeln.

Die Sonde wird die Oberfläche, die Zusammensetzung und die Atmosphäre von Pluto und dessen Mond Charon untersuchen. Die Nasa spricht von einer Art "astronomischer Archäologie", weil Pluto eine unschätzbare Innenansicht der Ursprünge unseres Sonnensystems bietet. Den Flug in die wenig erforschten Weiten am Rand unseres Sonnensystems lässt sich die Nasa rund 700 Millionen Dollar (580 Millionen Euro) kosten.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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