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Nach Pluto-Vorbeiflug: Jetzt sind wir überall im Sonnensystem zu Hause

Mit Pluto hat der letzte klassische Planet unseres Sonnensystems irdischen Besuch bekommen. Es ist der Abschluss einer Etappe auf dem Weg der Menschheit in die Weiten des Alls. Fotos aus unserer kosmischen Nachbarschaft.

Die Sonne mit Protuberanzen

Die Sonne: Hält mit ihrer Schwerkraft das gesamte System aus acht Planeten, Zwerplaneten, Monden, Asteroiden und Kometen zusammen und versorgt es zudem mit Energie. 99,86 Prozent der gesamten Masse unseres Sonnensystems bilden den Zentralstern. Der Durchmesser beträgt 1,4 Millionen Kilometer (109-mal die Erde). Die Sonne ist eine 6000 Grad Celsius heiße Gaskugel. Fünf Forschungssatelliten haben sie bisher untersucht oder untersuchen sie noch. Sowohl Esa (Solar Orbiter) als auch Nasa (Solar Probe plus) planen weitere Missionen.

"Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unsere Neun Planeten." Wer kennt sie nicht, die Eselsbrücke, mit der man sich die Reihenfolge der Planeten im Sonnensystem ins Gedächtnis rufen kann?! Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto lautet sie. Auch wenn die Eselsbrücke im Januar 2006 durch die Herabstufung Plutos zum Zwergplaneten zerbrach: Mit dem Vorbeiflug an dem 1930 entdeckten Himmelskörper am äußeren Rand unseres Sonnensystems hat die Sonde "New Horizons" ein Versprechen eingelöst, das die legendären "Voyager"-Sonden gegeben hatten. 1977 waren die beiden Forschungsroboter zu einer Reise zu den äußeren Planeten aufgebrochen und hatten in einem Parforceritt von Planet zu Planet unser Wissen über unsere direkte Nachbarschaft im All revolutioniert.

Pluto aber blieb für die "Voyager"-Sonden außer Reichweite. Nun, nach neun Jahren und knapp fünf Milliarden Kilometern Reise, hat "New Horizons" den Besuch nachgeholt - und damit eine Etappe auf dem Weg der Menschheit in die Weiten des Alls abgeschlossen. Dank umfangreicher Missionen der US- und EU-Raumfahrtagenturen Nasa und Esa sind wir nun jedem der klassischen Planeten in unserem System nahe gekommen; auf einigen Planeten und Monden sind irdische Roboter gelandet. Mehr noch: Auch Asteroiden und Kometen kennen die Planetenforscher aus der Nähe.

Signale aus dem interstellaren Raum

All dies "ist ein Beweis dafür, was die Menschheit mit Geduld, Geld, Zusammenarbeit und rationaler Forschung erreichen kann - und dies in unseren Zeiten, in denen diese menschlichen Werte manchmal in den Hintergrund gedrängt werden", urteilte der britische "Guardian" in diesen Tagen. Und die Reise geht weiter: Die "Voyager"-Sonden funktionieren auch nach Jahrzehnten noch und senden inzwischen Signale aus dem interstellaren Raum. "New Horzions" hat den Pluto längst hinter sich gelassen und rast mit 50.000 Kilometer pro Stunde auf seine nächste Station zu: den sogenannten Kuiper-Gürtel, einer mit zahllosen Gesteinsbrocken gefüllten Region jenseits der Umlaufbahn des Neptuns, die blumig als "Kinderstube der Kometen" bezeichnet wird und die auch als Herkunftsort von Pluto gilt.