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Adventskomet Ison: Schicksalsstunden für den Schweifstern

Noch ist er heil: Komet Ison rast derzeit mit 440.000 km/h auf die Sonne zu, am Donnerstag fliegt er daran vorbei. Falls er das überlebt, könnte er im Dezember für ein Spektakel am Himmel sorgen.

Das Schicksal des Adventskometen Ison hält Wissenschaftler und Hobby-Astronomen weltweit in Atem. Mit rund 440.000 Stundenkilometern raste der vom Zerplatzen bedrohte Schweifstern am Mittwoch weiter Richtung Sonne - und erwies sich vor seiner Sonnenpassage am Donnerstag zunächst als überraschend widerstandsfähig. Auf aktuellen Bildern der Sonnensonde SOHO waren nach Angaben von Wissenschaftlern jedenfalls keine deutlichen Auflösungserscheinungen des Kometen auszumachen.

Die Aufnahme zeigten vielmehr "das Erscheinungsbild eines Kometen mit zwei Schweifen, wie man es jetzt erwarten kann", sagte der Kometenforscher Hermann Böhnhardt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im niedersächsischen Katlenburg-Lindau. Sollte Ison die bevorstehende Sonnenumrundung überstehen, dürfte der Komet im Dezember ein prächtiges Schauspiel am Himmel bieten. Allerdings war seit Wochenbeginn spekuliert worden, dass der Kern des Schweifsterns bereits gänzlich zerstört sein könnte.

Übersteht Ison die Sonnenpassage?

Die SOHO-Bilder brachten dafür jedoch zunächst keine Belege. "Er sieht derzeit aus wie ein sehr ansehnlicher Komet", sagte die Bochumer Astronomin Susanne Hüttemeister. Ison wirke auf den Bildern vom Mittwochvormittag "wie ein Komet, der sich nicht auflöst". Die weitere Entwicklung sei aber ungewiss. Bei der Beobachtung von Ison sind die Wissenschaftler derzeit auf Bilder von Weltraumsonden angewiesen. Optischen Teleskopen auf der Erde ist der Komet wegen seiner Nähe zur Sonne in diesen Tagen nicht zugänglich.

Wie die anderen Kometen besteht Ison größtenteils aus gefrorenem Wasser und tiefgekühlten Gasen. Der Komet soll am Donnerstagabend mitteleuropäischer Zeit der Sonne extrem nahe kommen, wobei sich seine Oberfläche auf 2000 Grad aufheizt. Dabei wird sich sein Schicksal entscheiden: Der Schweifstern könnte zerplatzen und sogar vollständig verdampfen. Möglich ist aber auch, dass ihm die Sonne lediglich kräftig einheizt - in diesem Fall würde Ison von der Erde aus gesehen nach der Umrundung wieder auf der anderen Sonnenseite auftauchen.

Bei US-Astrophysikern herrscht derweil offenbar Uneinigkeit, ob der Komet seine Sonnenpassage überleben wird. "Viele von uns glauben, dass er zerbricht", sagte der US-Kometenexperte Carey Lisse am Dienstag in einer Telefon-Pressekonferenz der US-Weltraumbehörde NASA. Einige Forscher rechnen demnach sogar mit der kompletten Zerstörung des Kometen. Andere Wissenschaftler sehen Lisse zufolge hingegen weiterhin Chancen, dass Ison trotz seines großen Masseverlustes durch die Sonnenhitze nicht komplett verdampfen wird.

Kometen nur selten so hell

Kometen wie Ison gelten als Überbleibsel aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Sie werden oft mit schmutzigen Riesen-Schneebällen verglichen. Wenn diese Brocken sich auf ihrer Reise durchs All der Sonne nähern, bilden sie oft Gas- und Staubschweife aus, die stets von der Sonne wegweisen.

Selten werden die Schweifsterne allerdings so hell wie Ison, der im Dezember zeitweise mit bloßem Auge sichtbar sein könnte. Allerdings bleibt abzuwarten, ob der Adventskomet eine ähnlich spektakuläres Himmelsschauspiel bieten wird wie die prächtigen Kometen Hale-Bopp und Hyakutake in den 1990er Jahren.

amt/AFP / AFP
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.