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Europäisches Weltraumteleskop: "Herschel" hört auf zu senden

Jahrelang hat "Herschel" erstklassige Bilder aus dem Weltall geliefert. Nun wird es zu heiß für die Instrumente des Teleskops. Auf einer Umlaufbahn um die Sonne ist Sendeschluss.

Die Europäische Weltraumorganisation Esa hatte am Montag bereits verkündet, das Teleskop habe sich auf seiner letzten Reise überhitzt. Diese Überhitzung kam jedoch nicht unerwartet. Weitere Beobachtungen seien nicht mehr möglich - Sendeschluss sozusagen.

"Herschel hat alle Erwartungen übertroffen und uns eine unglaubliche Fülle an Daten beschert, mit deren Auswertung die Astronomen noch mehrere Jahre lang beschäftigt sein werden", hieß es bei der Esa. Das Weltraum-Teleskop habe zum Beispiel viel zum Wissen über die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien beigetragen.

Begeisterung auch beim Max-Planck-Instituts: Herschel habe seinen einzigartigen Blick nicht nur auf ferne Galaxien und Sterne gerichtet, "die Mission hat auch neue und überraschende Erkenntnisse über unser Sonnensystem ermöglicht". So sei etwa ein Komet identifiziert worden, dessen Wasser dem der Erde stark ähnle.

Herschels Spiegel misst 3,5 Meter

Das am 14. Mai 2009 ins All transportierte Teleskop galt mit einem 3,5 Meter messenden Hauptspiegel als besonders leistungsstark. Mit Kameras und Instrumenten wurden mehr als 35 000 wissenschaftliche Beobachtungen festgehalten.

Herschel soll weiter für einige Zeit mit seinen Bodenstationen in Funkkontakt bleiben, um nach der Ende des kühlenden Heliumvorrats noch eine Reihe technischer Tests umzusetzen. Im Mai soll das Teleskop dann auf eine langfristig stabile Umlaufbahn um die Sonne befördert werden.

Das Teleskop wurde nach dem deutschstämmigen Astronom Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) benannt, der unter anderem den Planeten Uranus sowie die Infrarotstrahlung entdeckte und am Hof des britischen Königs Georg III arbeitete. Eines der künftigen Weltraumteleskope, das "Herschels" Beobachtungen weiterverfolgen kann, wird das "James Webb Space Telescope" JWST der Nasa, das 2018 ins All starten soll.

amt/DPA / DPA
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