Internationale Raumstation ISS-Astronauten zur Erde zurückgekehrt


Mit einer Punktlandung der russischen Sojus-Kapsel in der kasachischen Steppe sind die Astronauten der Internationalen Raumstation zur Erde zurückgekehrt. Im November wird erstmals im All über den US-Präsidenten abgestimmt.

"Die Landung entsprach dieses Mal so exakt wie nie zuvor den Berechnungen", sagte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Anatoli Perminow. Seit dem Absturz der US-Raumfähre "Columbia" vor fast zwei Jahren kann die ISS nur mit russischen Sojus-Raumschiffen sowie Transportern angeflogen werden. Die US-Weltraumbehörde NASA stellte eine Wiederaufnahme der Shuttle- Flüge für das Frühjahr 2005 in Aussicht.

"Wir arbeiten derzeit daran, dass die zehnte Langzeitbesatzung mit einem Space-Shuttle zurückkehren kann. Der Start ist für Mai oder Juni 2005 geplant", teilte der NASA-Direktor Sean O’Keefe im Raumfahrtzentrum bei Moskau mit. Seit dem Absturz der Raumfähre "Columbia" am 1. Februar 2003, bei dem alle sieben Astronauten an Bord ums Leben kamen, ruht das Shuttle-Programm der USA.

Nach einem halben Jahr im All kehrte die neunte Langzeitbesatzung am Sonntagmorgen wohlbehalten zur Erde zurück. Die Sojus-Kapsel landete mit dem US-Astronaut Mike Fincke und dessen russischem Kollegen Gennadi Padalka etwa 80 Kilometer von der kasachischen Stadt Arkalyk entfernt. Mit der Langzeitbesatzung beendete auch der russische Kosmonaut Juri Schargin seinen einwöchigen Forschungsaufenthalt im Weltraum.

Erste Stimmabgabe aus der Umlaufbahn

Während ihres Aufenthalts im All hatten Fincke und Padalka unter anderem mehrmals Außenarbeiten an der Station vorgenommen. Im September sorgte der Ausfall eines Sauerstoffgenerators vorübergehend für Probleme an Bord. Auch bei der Ankunft der neuen Langzeitbesatzung auf der ISS vor einer Woche hatte es Schwierigkeiten gegeben.

Bei der zunächst automatisch gelenkten Annäherung an die ISS war die Kapsel zu schnell gewesen. Der russische Kosmonaut Salischan Scharipow musste auf seinem ersten Weltraumflug das Raumschiff per Handsteuerung abbremsen und andocken. Ein defektes Triebwerk habe den Zwischenfall verursacht, teilten russische Experten am Sonntag mit.

Scharipows Kollege Leroy Chiao wird Anfang November für ein Novum in der Raumfahrtgeschichte sorgen. Als erster Astronaut überhaupt gibt der US-Amerikaner aus dem All seine Stimme bei der Präsidentenwahl ab. Dies erfolge per E-Mail mit Hilfe einer speziell gesicherten Verbindung, wie die NASA mitteilte.

DPA


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