Internationale Raumstation Mannschaftswechsel auf der ISS


Die neue ISS-Besatzung ist mit einr russischen Sojus-Rakete ins All gestartet. Dabei ist der Italiener Roberto Vittori ist als erster Europäer zum zweiten Mal an Bord - und er ist in einer besonderen Mission unterwegs.

Die Rakete startete planmäßig bei Sonnenaufgang um 06.46 Uhr vom Raumfahrtzentrum Baikonur in Kasachstan. Nach der neun Minuten langen Aufstiegsphase erreichte die Sojus TMA-6 ihre Umlaufbahn, wie die ESA mitteilte. Der Flug zur ISS soll zwei Tage dauern. Am Sonntag um 04.19 Uhr (MESZ) soll die Kapsel andocken.

Während der US-Astronaut John Phillips und der russische Kosmonaut Sergej Krikalew sechs Monate an Bord der ISS bleiben sollen, steht dem italienischen ESA-Astronauten Roberto Vittori ein achttägiger Forschungsaufenthalt bevor.

Roberto Vittori: Unterwegs in besonderer Mission

Der Italiener soll im Auftrag der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA acht Tage lang auf der ISS forschen. Dabei wird er im Rahmen der so genannten "Eneide"-Mission eine Reihe von Experimenten auf den Gebieten der Humanphysiologie, Biologie, Technologie und Bildung durchführen, wie die ESA erklärte. Dazu gehören Untersuchungen zur Ermüdung der oberen Gliedmaßen der Astronauten, um Methoden zu deren Bekämpfung zu entwickeln und so die Kondition und Leistungskraft der Astronauten zu verbessern, was im Hinblick auf vorgeschlagene längere Missionen von großer Bedeutung sei. Die zahlreichen Experimente wurden von italienischen Forschern entwickelt, die Instrumente von italienischen Unternehmen gebaut.

Vittori soll am 25. April wieder zusammen mit dem Russen Salischan Scharipow und dem Amerikaner Leroy Chiao zur Erde zurückfliegen, die sich seit Oktober auf der ISS befinden. Dabei wird auch die alte Rettungskapsel TMA-5 gegen die neue Sojus-Kapsel TMA-6 getauscht.

8000 Tage im All

Phillips, der am Freitag seinen 54. Geburtstag feierte, und Krikalew sollen sechs Monate in der ISS bleiben. Der 46-jährige Krikalew ist Flugkommandant und einer der erfahrensten Raumfahrer. Er war schon auf ISS und deren russischen Vorgänger "Mir". Am Ende des neuen Einsatzes im All wird insgesamt mehr als 800 Tage im All gewesen sein, mehr als jeder andere Mensch.

Auch die NASA bereitet sich darauf vor, bald wieder zur ISS zu fliegen. Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wurden am Donnerstag wieder die Tanks einer US-Raumfähre aufgefüllt. Die neuentwickelten externen Zusatztanks der "Discovery" bestanden die Prüfungen, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte. Die Tanks waren nach dem Unglück der "Columbia" vor zwei Jahren neu gestaltet worden. Ein Stück Isolierschaum, das sich beim Start gelöst und eine Tragfläche der "Columbia" beschädigt hatte, hatte den Absturz der Raumfähre beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre am 1. Februar 2003 verursacht. Die "Discovery" soll frühestens am 15. Mai zur ISS starten.

AP AP

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