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Kosmos: Radioblitze aus dem All: Wissenschaftler beobachten mysteriöses Himmelsphänomen

Weder der Ursprung noch die Ursache der mysteriösen Radioblitze ist bisher bekannt. Nun haben Forscher 20 dieser Blitze in einem Jahr aufzeichnen können - und haben weitere aufregende Neuigkeiten.

Radioblitze aus dem All

Australische Astronomen haben 20 rätselhafte Radioblitze aus dem All aufgezeichnet

DPA

Auf der Spur rätselhafter Radioblitze aus dem Kosmos haben australische Astronomen 20 dieser bislang unerklärten Ereignisse beobachtet. Damit habe sich die Zahl der aufgezeichneten Blitze nahezu verdoppelt, erläuterte das Internationale Zentrum für Radioastronomie-Forschung ICRAR in Perth. Die Quelle der Blitze haben die Forscher nicht ausmachen können - sie sehen aber eine neue Möglichkeit, Materie zwischen Galaxien näher zu untersuchen.

Blitze setzen enorme Energiemengen frei

Das Phänomen der kurzen Radioblitze wurde erst 2007 entdeckt. Im Englischen werden die Blitze als Fast Radio Bursts (FRB) bezeichnet. Die Ausbrüche im Wellenlängenbereich der Radiostrahlung sind jeweils nur einige tausendstel Sekunden kurz und kommen aus allen Himmelsrichtungen. Klar ist bisher lediglich, dass sie aus den Tiefen des Weltalls stammen, jenseits unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße. Da die Blitze über extrem weite Entfernungen zu sehen sind, müssen sie von sehr energiereichen Ereignissen erzeugt werden. Experten schätzen, dass dabei auf einen Schlag so viel Energie frei wird wie unsere Sonne in etwa 80 Jahren abstrahlt. 

Forscher um Ryan Shannon von der Swinburn-Universität in Melbourne und Jean-Pierre Macquart von der Curtin-Universität in Perth präsentieren nun eine Analyse der kurzen Blitze im britischen Fachblatt "Nature". Sie hatten mit dem Observatorium "Australian Square Kilometre Array Pathfinder" (ASKAP) systematisch nach den Radioblitzen gesucht. Das Observatorium besteht aus 36 Einzelteleskopen.

20 kosmische Blitze in einem Jahr

Das Team beobachtete mit mehreren der Einzelteleskope gleichzeitig und konnte damit einen Bereich von 240 Quadratgrad abdecken - das ist rund tausendmal größer als der Vollmond am Himmel erscheint. Zwischen Januar 2017 und Februar 2018 zeichneten sie 20 kosmische Radioblitze auf. 

Die Analyse bestätigt nicht nur, dass die Blitze aus den Tiefen des Alls kommen und zufällig über den Himmel verteilt sind. Sie zeigt auch, dass sich die Blitze auf ein tausendstel Grad genau am Himmel lokalisieren lassen. Und sie eröffnet einen Weg zur Untersuchung der Materie zwischen den Galaxien. Denn jedes Mal, wenn ein Radioblitz auf seinem Weg eine intergalaktische Gaswolke passiert, wird seine Strahlung bei verschiedenen Wellenlängen unterschiedlich stark abgebremst. 

"Wenn der Blitz schließlich die Erde erreicht, kommt die Spanne seiner Wellenlängen zu leicht unterschiedlichen Zeiten an, wie Schwimmer an der Ziellinie", erläuterte Macquart. "Die genaue Zeitmessung bei der Ankunft der verschiedenen Wellenlängen verrät uns, wie viel Material der Blitz auf seiner Reise durchquert hat. Und da wir gezeigt haben, dass die kurzen Radioblitze von sehr weit weg kommen, können wir sie benutzen, um die bislang fehlende Materie zwischen den Galaxien zu detektieren, was eine wirklich spannende Entdeckung ist."

ikr / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?