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Fast Radio Burst Astronomen entdecken rätselhaftes Muster bei Radioblitzen aus dem Weltall

Fast Radio Burst
Mithilfe von Teleskopen lassen sich Radioblitze aus der Galaxie beobachten
© Danielle Futselaar / Picture Alliance
"Fast Radio Bursts" sind Radioblitze aus dem Weltraum. Bisher ist unbekannt, wer oder was für sie verantwortlich ist. Forscher der Universität Manchester haben bei einem Signal nun ein Muster erkannt.

Seit Jahren rätselt die Wissenschaft über die Ausbrüche von Radiowellen im Weltraum, sogenannte Fast Radio Bursts (FRB). Nun haben Forscher der Universität Manchester ein Muster gefunden. Mithilfe des Lovell-Teleskops am Jodrell-Bank-Radioobservatorium zeichneten die Astronomen Radioblitze auf, die in einem festen Rhythmus auftreten: alle 157 Tage. Zu diesem Phänomen veröffentlichten die Wissenschaftler eine Studie, in der es heißt: Die Blitze tauchen 90 Tage lang auf und sind anschließend für 67 Tage lang still.

Vier Jahre lang hatte ein internationales Team aus Wissenschaftlern FRB 121102, wie jene Radiostrahlung genannt wird, beobachtet. Den Namen erhielt das wiederkehrende Ereignis, weil es am 2.11.2012 zum ersten Mal bemerkt wurde. Dabei mussten die Forscher nicht nur die Signale selbst, sondern auch deren Ausbleiben dokumentieren.

Die Entdeckung liefert nun wichtige Hinweise auf die Identifizierung des Ursprungs dieser rätselhaften schnellen Funkstöße. "Die Aktivitätszyklen könnten gegen einen vorausgehenden Neutronenstern sprechen", schlussfolgert der leitende Forscher der Universität Manchester, Kaustubh Rajwade. Bei Neutonensternen handelt sich um eine Kugel mit einem – im kosmischen Maßstab geringen – Radius von etwa 10,4 bis 11,9 Kilometern.

Was bislang über Fast Radio Burst bekannt ist

Es ist das zweite Mal, dass ein so regelmäßiges Muster nachgewiesen werden konnte. Im Februar dieses Jahres wurde im FRB 180916.J0158+65 ein Muster festgestellt. Noch können aus den bisherigen Erkenntnissen allerdings keine endgültigen Rückschlüsse auf die Herkunft der Radioblitze gezogen werden.

Zwei Theorien halten sich aber hartnäckig. Eine davon betrifft eben jene Neutronensterne, die durch gewaltige Explosionen von Sonnen entstehen. Die Max-Planck-Gesellschaft schreibt dazu auf ihrer Homepage: "Die Neutronensterne rotieren schnell um ihre Achsen und besitzen zum Teil außergewöhnlich starke Magnetfelder." Demnach könnten Fast Radio Bursts während einer Supernova entstehen, dem explosiven Aufleuchten von Sternen am Ende ihrer Lebenszeit – aber auch bei der Verschmelzung zweier Neutronensterne in einem engen Doppelsternsystem, wenn die Magnetfelder der beiden Einzelsterne gleichsam zusammenbrechen.

Eine andere Erklärung wäre: Das Signal stammt von einem massereichen Stern – und wird regelmässig von Winden oder Störungen durch ein Schwarzes Loch unterbrochen. Kurzum: Es sind weitere Beobachtungen erforderlich, noch ist die Herkunft der Radioblitze ein Rätsel.

Quellen: Studie / University of Manchester / Max-Planck-Gesellschaft

rpw

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