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Raumfähre "Atlantis": Russen öffnen neues Startfenster

Damit das US-Shuttle "Atlantis" noch im September starten kann, hebt die russische Sojus-Kapsel vier Tage später ab als geplant - mit der ersten Weltraumtouristin an Bord. Sie fliegt unter den Flaggen zweier verfeindeter Länder.

Eine Vereinbarung mit der russischen Raumfahrtbehörde gibt der Nasa die nötige Zeit für einen Start der Raumfähre "Atlantis" in der kommenden Woche. So soll verhindert werden, dass sich zwei bemannte Missionen zur Internationalen Raumstation überschneiden. Die Nasa hofft derzeit, dass die "Atlantis" am Mittwoch, Donnerstag oder Freitag kommender Woche starten kann.

Ursprünglich sollte die US-Raumfähre schon am vergangenen Sonntag ins All fliegen. Ein Blitzeinschlag und der Wirbelsturm "Ernesto" brachten diesen Zeitplan aber durcheinander. Das russische Raumfahrtunternehmen RKK Energija stimmte nun zu, den für 14. September geplanten Start der Sojus-Kapsel mit der ersten Weltraumtouristin an Bord auf den 18. September zu verschieben, wenn die "Atlantis" in der kommenden Woche startet. Sie könnte die ISS dann am 17. September verlassen.

Spezialtoilette für die erste Weltraumtouristin

Die Sojus-Kapsel soll die aus dem Iran stammende amerikanische Unternehmerin Anousheh Ansari als erste Weltraumtouristin ins All bringen. Die 39-Jährige wird einen russischen und einen amerikanischen Astronauten begleiten und mit der derzeitigen ISS-Besatzung wieder zur Erde zurückkehren.

Ansari will mit den Flaggen ihrer zwei verfeindeten Heimatländer Iran und USA ins All fliegen. Bis zu ihrem 16. Lebensjahr habe sie im Iran gelebt, danach meist in den USA, sagte sie. "Deshalb sind beide Länder auf meinem Raumanzug vertreten."

Ansari war erst vor wenigen Tagen in die Crew nachgerückt, weil der eigentlich eingeplante japanische Internet-Geschäftsmann Daisuke Enomoto die letzten ärztlichen Tests nicht bestanden hatte. Darauf hatten russische Spezialisten eine speziell für Frauen konstruierte Toilette in die "Sojus"-Kapsel eingebaut.

AP/DPA / AP / DPA