"Atlantis" xxx


Aufatmen bei der Nasa: Die Raumfähre "Atlantis" ist auf dem Weg zur ISS. Dreimal musste zuvor der Start der "Atlantis" verschieben worden, noch am Morgen gab es technische Probleme.

Nach drei fehlgeschlagenen Versuchen ist die US-Raumfähre "Atlantis" um 17.41 Uhr gestartet.

Ein defekter Sensor am Wasserstofftank und Regenschauer hatten den Start der Raumfähre bis zuletzt gefährdet. Nachdem die US-Raumfahrtbehörde den Start bereits drei Mal verschieben musste, wurde in der Nacht zum Freitag nach dem Betanken ein Defekt an einem von vier Sensoren am Wasserstofftank festgestellt. Diese Sensoren befinden sich am Boden des rund 47 Meter hohen Außentanks. Sie sorgen dafür, dass die Triebwerke abgeschaltet werden, wenn der Tank leer ist.

Ein ähnliches Problem mit einem der Sensoren führte im vergangenen Jahr zu einer Verschiebung des Starts der Raumfähre "Discovery". Normalerweise wird in einem solchen Fall der mit zwei Millionen Litern flüssigem Wasser- und Sauerstoff gefüllte Tank entleert und erneut gefüllt. Die Raumfähre kann starten, wenn alle vier Sensoren wieder normal funktionieren oder der gleiche Sensor wieder den gleichen Fehler anzeigt.

Flug mit defekter Brennstoffzelle

Ebenfalls für Probleme sorgte ein Defekt in einer der drei Brennstoffzellen. Wegen des eng gesteckten Zeitplans hatte die Nasa entschieden, die fehlerhafte Brennstoffzelle, die zu den jüngsten Verzögerungen geführt hatte, nicht auszutauschen. Andernfalls hätte die Mission auf voraussichtlich Ende Oktober verschoben werden müssen. Die Entscheidung für den Start sei jedoch nicht einstimmig gefallen, hatte Nasa-Programmdirektor Wayne Hale in Cape Canaveral in Florida mitgeteilt.

Die "Atlantis" fliegt mit einer sechsköpfigen Besatzung zur Internationalen Raumstation ISS, wo sich derzeit der deutsche Astronaut Thomas Reiter aufhält. Mit der "Atlantis" will die Nasa nach fast vierjähriger Unterbrechung wieder die regulären Transportflüge zum Ausbau der ISS aufnehmen. Es ist der erste von insgesamt noch 15 Shuttle-Flügen, bis die ISS im Jahr 2010 ihre volle Größe erreicht hat und die Raumfähren ausgemustert werden können.

Einer der wichtigsten Flüge in der Shuttle-Geschichte

Es handelt sich um einen der wichtigsten Flüge in der Shuttle-Geschichte: Die "Atlantis" soll ein 17,5 Tonnen schweres Segment mit einem Paar Sonnensegeln zur ISS transportieren. Damit soll die Energieversorgung der ISS verbessert werden.

Die "Atlantis" muss spätestens am 17. September von der ISS abdocken, weil kurz darauf eine russische "Sojus"-Kapsel an der Raumstation erwartet wird. Daher war der Freitag der letztmögliche Starttermin, damit der Besatzung genug Zeit für die geplanten Arbeiten zum Aufbau der ISS bleibt.

Zuvor hatte die Nasa den Start der "Atlantis" bereits drei Mal absagen müssen. Zunächst war das geplante Abheben des Shuttles am 27. August wegen eines Blitzeinschlags an der Startrampe verzögert worden. Dann wurde die Raumfähre aus Furcht vor dem Tropensturm "Ernesto" vorübergehend sogar von der Startrampe abtransportiert. Der für Mittwoch geplante Start wurde wegen technischer Probleme verschoben.

DPA/AP AP DPA

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