Shuttle-Start "Atlantis" vor "Ernesto" in Sicherheit gebracht


Der für Dienstag geplante Start der Raumfähre "Atlantis" ist abgesagt worden: Tropensturm "Ernesto" wirbelt auf Cape Canaveral zu, die Nasa muss den Shuttle in Sicherheit bringen. Nun ist der Zeitplan der Mission in Gefahr.

Wegen des Tropensturms "Ernesto" muss der Start der Raumfähre "Atlantis" möglicherweise auf Oktober verschoben werden. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat den geplanten Starttermin am Dienstag abgesagt und führt die Vorbereitungen weiter, den Space-Shuttle in einer 160 Meter hohen Montagehalle in Sicherheit zu bringen. Den ursprünglich für Sonntag geplanten Start hatte die Nasa wegen eines Blitzeinschlags in die Rampe der "Atlantis" verschoben.

Es ist der fünfte von bislang 115 Shuttle-Starts, der wegen drohender Gefahren durch Wirbelstürme abgebrochen wird. Die nächste Gelegenheit für einen Start wäre im Oktober.

Grund für die Startverschiebung sind nach Angaben der Tageszeitung "Florida Today" die neuesten Wetterdaten über "Ernesto". Danach wird der Tropensturm wieder Hurrikan-Stärke erreichen und näher am Weltraumbahnhof in Cape Canaveral vorbeiziehen als bislang angenommen.

"Ernesto" bewegt sich derzeit mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde auf den Golf von Mexiko zu. Für den Süden von Florida wurde Sturmwarnung herausgegeben. Den Vorschriften zufolge muss ein Shuttle zwei Tage vor dem vorhergesagten Auftreten von Winden mit einer Stärke von mehr als 93 Kilometer pro Stunde in Sicherheit gebracht werden.

Russen melden Bedenken an

Der gesamte Zeitplan der Nasa gerät durch die Startverschiebung in Gefahr. Der bisherige Zeitrahmen sah vor, dass der Space-Shuttle bis spätestens 7. September startet. Bei einem späteren Start der "Atlantis" müsste die russische Raumfahrtbehörde ihren für den 14. September geplanten Start der "Sojus"-Kapsel mit der neuen Langzeitbesatzung für die Internationale Raumstation ISS ebenfalls verschieben.

Die russische Partneragentur macht aber Bedenken gegen eine Startverschiebung geltend. In diesem Fall würde die mit der derzeitigen Langzeitbesatzung zur Erde zurückkehrende "Sojus"-Kapsel nämlich nicht mehr bei Tageslicht landen können.

Eine der schwierigsten Shuttle-Missionen der Geschichte

Die sechs Besatzungsmitglieder der "Atlantis" - fünf US-Bürger und ein Kanadier - sollen die Arbeiten an der halbfertigen Internationalen Raumstation (ISS) wieder aufnehmen. Diese sind seit der "Columbia"- Katastrophe vor drei Jahren ausgesetzt.

Der Flug der "Atlantis" gilt als einer der schwierigsten in der Geschichte der 116 Shuttle-Flüge. Die Besatzung soll bei drei Weltraumeinsätzen ein Paar riesiger Sonnensegel an der ISS anbringen. Dies war eigentlich schon im Mai 2003 geplant. Die Energieversorgung wird sich mit den neuen Sonnensegeln verdoppeln, so dass künftig statt drei bis zu sechs Astronauten zu Langzeiteinsätzen an Bord bleiben können.

DPA/Reuters DPA Reuters

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