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Raumfähre "Discovery": Start um zwei Monate verschoben

Die Pannenserie bei den Nasa-Shuttles setzt sich fort: Wegen kaputter Treibstoffsensoren wird die Raumfähre "Discovery" nicht wie geplant Anfang Mai abheben. Der deutsche Astronaut Thomas Reiter kann frühestens im Juli auf einen Start hoffen.

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat den Start des Shuttles mit dem deutschen Astronauten Thomas Reiter an Bord erneut verschoben. Frühestes Startfenster sei nun zwischen dem 1. und 19. Juli, sagte der Shuttle-Programm-Manager Wayne Hale am Johnson Space Center in Houston. Bislang hatte die Nasa einen Start im Mai angepeilt.

Die Entscheidung fiel nach einem zweitägigen Seminar über die Sicherheit der Treibstoffsensoren am Außentank: Bei Tests hatte einer der Sensoren, der den Treibstoffstand während des Starts anzeigt, inakkurate Daten geliefert. Die Experten beschlossen daraufhin, alle vier Sensoren auszuwechseln. Der Austausch werde rund drei Wochen Zeit in Anspruch nehmen, so dass der Starttermin ab 10. Mai nicht eingehalten werden könne, sagte Hale. "Daher schlagen wir heute als ersten möglichen Starttermin den 1. Juli vor."

2006 sollen drei Shuttles abheben

Die Sensoren sind nicht das einzige technische Problem: Zuvor hatte die Nasa bereits Schwierigkeiten mit der Schaumstoffisolierung am Außentank sowie mit dem Roboterarm des Shuttles gemeldet.

Trotz der technischen Probleme zeigte Hale sich zuversichtlich, dass in diesem Jahr wie geplant drei Raumfähren werden starten können. Er machte aber keine Angaben dazu, wann die darauf folgenden Shuttles starten würden. Ursprünglich war dafür der Herbst anvisiert worden.

Pannen im All können tödlich enden

Der Shuttle-Start im Juli wäre der erste seit dem Flug der "Discovery" seit einem Jahr. Auch damals hatten Probleme mit den Sensoren den Start in letzter Sekunde gestoppt. Als die Raumfähre im vergangenen Juli schließlich abhob, löste sich ein großes Stück Schaumstoff - bei einem riskanten Reparatureinsatz im All musste der Shuttle repariert werden. Ein ähnlicher Zwischenfall hatte bereits im Februar 2003 zum Absturz der "Columbia" geführt. Nach dem Unglück, bei dem sieben Astronauten getötet worden waren, war der Weiterbau der ISS gestoppt worden. Im März kündigte die Nasa jedoch an, das Projekt fortzusetzen.

AP/DPA/Reuters / AP / DPA / Reuters
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