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Röntgenstrahlung: Das Leuchten der Milchstraße

Warum leuchtet eigentlich die Milchstraße? Astronomen haben nun eine Erklärung für das Phänomen gefunden: In der Galaxie wimmelt es nur so von Sternen, die Röntgenstrahlen aussenden.

Astrophysiker haben herausgefunden, dass es rund hundert Mal so viele Sterne mit Röntgenstrahlung in der Milchstraße gibt wie bislang angenommen. Die Entdeckung sei durch die genaueste Röntgenkarte unserer Galaxie ermöglicht worden, die auf zehnjährigen Messungen mit dem Rossi XTE-Satelliten beruht, teilte die Max-Planck-Gesellschaft in München mit. Durch diese Entdeckung kann nun auch das Leuchten der Milchstraße erklärt werden.

Das Team von Wissenschaftlern kam nach Messungen mit dem Rossi Explorer zu dem Schluss, dass es in der Milchstraße von Sternen mit Röntgenemission nur so wimmelt. Mike Revnivtsev vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching beziffert die Zahl dieser Sterne auf knapp eine Milliarde. Da diese aber nicht sonderlich hell seien, habe man die Zahl früher wesentlich unterschätzt.

Weiße Zwerge bringen Doppelsterne zum Strahlen

Durch die neuen Erkenntnisse können die Astrophysiker nun auch Rückschlüsse auf das Leuchten der Milchstraße ziehen. So sind sie überzeugt, dass das galaktische Röntgenlicht auf zwei Arten von Sternen zurückgeführt werden kann. Dies seien Hunderte von Millionen gewöhnlicher Sterne mit aktiven Gashüllen sowie rund eine Million so genannter Doppelsterne. Diese bestehen aus einem gewöhnlichen Stern und einem Weißen Zwerg. Dies ist ein toter Stern, der die Größe der Erde und die Masse der Sonne besitzt. Alleine leuchtet ein Weißer Zwerg nur schwach, doch in einem Doppelsternsystem kann er Gas von seinem Begleiter abziehen. Dabei erhitzt er sich so stark, dass das Gas eine intensive Röntgenstrahlung abgibt.

Frühere Beobachtungen hätten heißes, diffuses Gas als Leuchtquelle vermutet, da nicht genügend Röntgenquellen gefunden werden konnten. Nahezu 400 Jahre, nachdem Galileo Galilei das schwache Leuchten der Milchstraße auf unzählige Sterne zurückgeführt habe, hätten nun die Wissenschaftler die Strahlung auf dieselbe Weise erklärt, teilte die Max-Planck-Gesellschaft mit.

AP / AP