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Schwarzes Loch: Das gefräßige Monster

Ein gigantisches Schwarzes Loch hat erst eine Masse von etwa 300 Millionen Sonnen verschluckt und dann zwei kosmische Blasen ins Universum zurückgeschleudert. Die Blasen sind jeweils doppelt so groß wie die Milchstraße.

Der Röntgensatellit "Chandra" hat den bislang stärksten Gasausbruch im Weltall beobachtet. Ursprung ist ein gigantisches Schwarzes Loch in einem mehrere hundert Millionen Lichtjahre entfernten Galaxienhaufen. Das Loch verleibt sich riesige Mengen von Materie ein, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa jetzt berichtete. "Ich war fassungslos, dass es die Masse von etwa 300 Millionen Sonnen verschluckt hat", sagte der federführende Autor der Studie, Brian McNamara von der Universität von Ohio in Athens. "Das ist wie ein 140-Kilo-Mann, der 25 Kilogramm Fleisch auf einmal verspeist."

Nicht das gesamte vom Schwarzen Loch angezogene Gas ist jedoch verschluckt worden, wie die Nasa erläuterte. Einen Teil habe es in zwei gebündelten, energiereichen Strahlen ins Weltall zurückgeschleudert. Das Schwarze Loch, das in etwa so groß sei wie unser Sonnensystem, habe dadurch gigantische Hohlräume in den Galaxienhaufen geblasen.

Hundert Millionen Jahre andauernde Eruption

Solche kosmischen Blasen waren zuvor zwar auch andernorts im Universum entdeckt worden. "Was mich jedoch wortwörtlich fast vom Stuhl gehauen hat, ist das Ausmaß in diesem Fall", sagte McNamara. Die beiden Hohlräume messen jeder etwa 650.000 Lichtjahre und sind damit jeweils mehr als doppelt so groß wie unsere Milchstraße, wie das Team um McNamara im Fachjournal "Nature" (Bd. 433, S.45) vom Donnerstag berichtet. Die weggeblasene Materie entspricht nach NASA- Angaben der Masse von einer Billion Sonnen, das sind mehr Sterne als in unserer gesamten Milchstraße.

Die seit rund hundert Millionen Jahren andauernde Eruption hat so viel Energie frei gesetzt wie hunderte Millionen Gammastrahlen-Explosionen, die stärksten bekannten Explosionen im Weltall. Die Entdeckung illustriere den enormen Appetit Schwarzer Löcher und ihren weit reichenden Einfluss auf die Umgebung, betonte die Nasa. Dabei sei die Eruption im sichtbaren Licht unscheinbar. Erst mit dem Satelliten "Chandra" hätten sich die gewalttätigen Vorgänge im Röntgenlicht offenbart.

DPA / DPA
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