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Teil 1: Wie der Himmel den Menschen bewegt

Sind die Gestirne Schicksalsmächte? Führen sie den Lebensfaden des Individuums? Für die Wissenschaft ist die Astrologie nur Unsinn. Und doch hält jeder zweite Deutsche es für möglich, dass die Sterne Macht über uns haben.

Von Horst Güntheroth

Sie sieht gut aus, ist 36 Jahre alt. "Zuverlässig, hilfsbereit, ein Kopf- und Herzmensch", beschreibt sich die Schwäbin, "eben eine typische Jungfrau." Doch mit der Liebe hapert's. Martina Neugebauer fehlt der Mann.

Verehrer gibt es genug. Anfang des Jahres beispielsweise war einer hinter ihr her. Ein Schütze. Martina hat einen Astrologen um Rat gefragt. Angerufen bei BTV 4U, dem lokalen Fernsehsender. Den schaltet sie ab und zu ein, wenn sie nach der Arbeit bei einem großen Autohändler entspannt. "Astrofon" heißt die Sendung, da werden Zuschauer von Experten via Bildschirm oder Hotline beraten.

Der diensthabende Astrologe warnte: Sie solle die Finger von dem Kerl lassen, der binde sich ungern, und treu sei er auch nicht. Die Single-Frau hat auf den Fachmann gehört und dem Werbenden die kalte Schulter gezeigt. Ein paar Wochen später gab es einen neuen Aspiranten, einen Löwen. Anruf bei BTV 4U. Das werde nix, hat der Fernsehprophet wiederum in den Sternen gelesen - und genauso ist es gekommen.

Inzwischen ist Martina Neugebauer persönlich bei Alexander Kopitkow im TV-Studio gewesen und hat wissen wollen, was sie denn insgesamt in Sachen Liebe erwarten könne. Ein Glückskind sei sie, habe sie doch derzeit eine Konstellation "wie Michael Jackson, als er seinen ersten Hit schrieb". Im oder ab Herbst "kommt eine richtige Partnerschaft", hat ihr der Astrologe versichert und dabei tief in ihre grau-grünen Augen geschaut. Beschwingt ist sie heimgefahren. Dass ihr ab nächstem Jahr auch ein Geldsegen ins Haus stehe, hat sie gar nicht mehr richtig gehört.

Auch wenn sie eine Wohnung kaufen wollte oder den Job wechseln müsste, würde sich die Frau aus Essingen, die natürlich die Sternzeichen aller Verwandten und Kollegen kennt, astrologischen Rat holen. Seit neuestem besitzt sie eine CD-Rom für ihren Heimcomputer, mit der sich Horoskope erstellen lassen. Und wenn sie ihre Pflanzen gießt oder zum Friseur geht, richtet sie sich meist nach dem "Mondkalender". "Dann wachsen die Blumen und das Grünzeug super, und die Haare nehmen die Farbe besser an", schwärmt sie.

Martina Neugebauer ist in guter gesellschaft: Millionen Sternengläubige sind davon überzeugt, dass geheimnisvolle Kräfte von den Gestirnen des Himmels ausgehen und den Lauf alles Irdischen - mehr oder weniger - beeinflussen. Dass Energien aus dem Universum auf komplizierte, aber berechenbare Weise das Leben jedes einzelnen Menschen auf dem Planenten mitgestalten. Ob Liebe oder Karriere, Gesundheit oder Krankheit, Glück oder Pech - die Sterne und ihr Lauf am Firmament, so die Lehre, bestimmen unser Geschick.

Einer Umfrage zufolge, die das Forsa-Institut Anfang August im Auftrag des stern durchführte, halten 50 Prozent der Deutschen Zusammenhänge zwischen Planetenkonstellationen und Schicksal für möglich, jeder Zehnte ist davon überzeugt. Mehr als die Hälfte aller Bundesbürger liest Horoskope in Zeitungen oder Zeitschriften. Sieben Prozent haben sich bereits ein persönliches Horoskop erstellen lassen. Generell sind Frauen interessierter als Männer - aber immerhin: Auch von denen glaubt jeder Dritte an einen Einfluss der Sterne.

Astrologen stehen in beinahe jedem Branchenbuch, im Internet schwappt dem Suchenden gleich eine ganze Flut von Sternendeutern entgegen. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. 6000 "Profis" und eine ungezählte Schar von Freizeitastrologen bedienen den wachsenden Markt. Ein bunter Haufen, dessen Mitglieder sich oft nicht grün sind. Mit dem selbst entwickelten Siegel "Geprüfter Astrologe DAV" will der "Deutsche Astrologen-Verband" (DAV) Seriosität suggerieren und sich gegen die seiner Meinung nach vulgären Konkurrenten abgrenzen. Andere wiederum halten nichts vom Wichtiggetue des DAV. So vergibt etwa "Bild"-Sterndeuter Winfried Noé an die von ihm geschulten Kollegen eine eigene Urkunde.

Zeitschriften, Bücher, PC- und TV-Programme - überall blüht das Geschäft mit den Horoskopen. Fernsehsender verdienen mit Hotlines und Zuschauertelefonen viel Geld; bei BTV 4U etwa rufen während einer einzigen "Astrofon"-Sendung Tausende von Ratsuchenden an. Die wenigsten kommen durch, 49 Cent zahlen muss aber auch, wer nur eine Bandansage hört. "Wir wollen ausbauen und casten derzeit neue Astrologen", sagt Martin Heyne, Produzent bei dem Sender. Wie viel die ganze Astro-Branche umsetzt, wird nirgendwo erhoben. Nach vorsichtigen Schätzungen sind es mehrere hundert Millionen Euro jährlich.

Nichts gibt es, für das der Mensch heute nicht die Sterne befragen könnte. So suchen Arbeitslose mittels himmlischer Konstellationen einen Job, Kranke einen Operationstermin. Partnervermittlungen checken, ob Beziehungswillige astrologisch harmonieren. Auch Sportler wie der ehemalige Schweizer Fußballprofi Alain Sutter holen sich Himmelshilfe. Und Börsenspekulanten vertrauen auf den Bad Aiblinger Finanzastrologen Uwe Kraus, der einen "Astrotrade-Letter" herausgibt. Sterndeuter berichten, dass sogar Richter zu ihrer Kundschaft zählten. Selbst in der Politik mischten manchmal die Sterne mit: Staatenlenker wie Ronald Reagan, Boris Jelzin und François Mitterand setzten auf astrologischen Rat.

Für das Handwerk der Himmelskundler ist es wichtig, vor welchem Hintergrund Sonne, Mond und die neun Planeten zum Zeitpunkt der Geburt eines Menschen standen - in welchem der "Tierkreiszeichen". So werden zwölf von zahlreichen Fixsternkonstellationen im Universum genannt; sie heißen: "Widder", "Stier", "Zwilling", "Krebs", "Löwe", "Jungfrau", "Waage", "Skorpion", "Schütze", "Steinbock", "Wassermann" und "Fische". Nur vor diesem Dutzend Sterngebilden wandern die Sonne und ihre Planeten Jahr für Jahr aus der Sicht der Erde immer wieder vorbei. Als "Sternzeichen" eines Menschen definiert die astrologische Lehre das Tierkreiszeichen, in dem die Sonne zum Zeitpunkt seiner Geburt stand.

Mit zusätzlichen Planetenstellungen und mit Hilfe komplizierter Rechnungen - die heute spielend der Computer erledigt - lässt sich eine Grafik konstruieren, das Horoskop. Diese Darstellung interpretiert der Astrologe, sucht darin nach Hinweisen auf die körperliche und seelische Verfassung des Ratsuchenden und auf Ereignisse, die großen Einfluss auf dessen Leben haben könnten. Darüber hinaus hat die Astrologie eine Reihe von Techniken ersonnen, dieses Geburtshoroskop für spätere Zeitpunkte im Leben weiterzuentwickeln. Angenommen wird dabei, dass nicht alle Faktoren stets mit derselben Intensität wirken, sondern sich zu gewissen Zeiten verstärken oder abschwächen.

Nicht alle "Schulen" interpretieren gleich, und wie groß die Macht des Himmels über Irdisches sein mag, ist durchaus strittig. Für den einen Astrologen ver- künden die Sterne unentrinnbares Schicksal, für den anderen sind sie lediglich Wink und Wegweiser. So sieht sich etwa Noé am liebsten als "Coach", der mit Hilfe des Horoskops "den Klienten in seinem Bemühen um Selbsterkenntnis" unterstützen will.

Ihre Ursprünge hat die Astrologie in den frühen Hochkulturen. Erkannten unsere Vorfahren doch, dass periodisch wiederkehrende Erscheinungen am Himmel ihnen signalisierten, wann es Zeit zu säen und zu ernten war. Offenbar, so folgerten die Ahnen, hatten die Gestirne Einfluss auf die Natur und damit auch auf den Menschen. So wurde der Himmel zum Wohnort der Götter. In Mesopotamien, dem Land zwischen Euphrat und Tigris, perfektionierten Priester die Sternenbeobachtung und -deutung und bauten sie zu einem komplexen System aus. Mit gedachten Linien wurden die Punkte am Himmel zu markanten Sternbildern verbunden, das erleichterte die Orientierung.

Aus der Zeit um 1500 vor Christus ist der so genannte Babylonische Almanach erhalten geblieben. Er teilt das Sonnenjahr in zwölf Monate zu je 30 Tagen. Und gibt für jeden der 360 Tage an, ob er "günstig", "ungünstig" oder "zur Hälfte günstig" ist. Als der britische Archäologe Austen Henry Layard im Jahre 1847 die Stadt Ninive ausgrub und dabei die Bibliothek des Königs Assurbanipal freilegte, entdeckte er 30 000 tönerne Keilschrifttafeln, auf viele von ihnen waren astrologische Weissagungen geritzt.

Bald verbreitete sich dieses Wissen in benachbarte Länder. Ob Ägypter, Griechen oder Römer - jede Kultur fügte Eigenes hinzu. Und manchmal, etwa in China und Indien, entwickelten sich selbstständige Deutungsregeln. Kaum ein Herrscher wollte mehr ohne Astrologie regieren, kein Arzt ohne sie heilen. Wissenschaftliche Himmelskunde gab es überhaupt nur, um Astrologie betreiben zu können. So waren beispielweise Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler Astronomen und Astrologen zugleich; Kepler sagte unter anderem dem Feldherrn Wallenstein anhand der Sterne ein großartiges und gefährliches Leben voraus. Erst als im 17. Jahrhundert das Fernrohr erfunden wurde und der Siegeszug der Naturwissenschaften begann, sank die Bedeutung der Himmelsdeuter. Die magische Sicht der Welt wurde langsam überlagert von einer rationalen. Im 20. Jahrhundert erlebte die Astrologie in Europa eine Renaissance - wohl auch, weil mehr und mehr Menschen der christlichen Religion den Rücken zukehrten. Allerdings musste die verstaubte Lehre den neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden, denn 1781 war der Planet Uranus entdeckt worden, 1846 Neptun und 1930 Pluto.

Eine lange Geschichte zahlreicher Prognoseerfolge - so preisen die Astrologen unserer Tage stolz die eigene Profession. Da verweist etwa "Starastrologe" ("Bild") Noé auf seine Treffsicherheit, sagte er doch 1987 das Auseinanderfallen der Sowjetunion "spätestens in den neunziger Jahren" voraus, einige Jahre danach den Tod von Lady Di. Kollegin Patricia Bahrani rühmte sich, 2002 Deutschland als Fußball-Vizeweltmeister prophezeit zu haben. Und die Schweizer Prominenten-Sterndeuterin Elizabeth Teissier prahlt: "Eine Untersuchung durch meine Gegner hat ergeben, dass 82 Prozent meiner Vorhersagen richtig sind."

Weshalb aber Planeten und Sterne dermaßen auf die Bewohner der Erde wirken sollten, kann kein einziger Astrologe erklären. Und viele mühen sich auch gar nicht erst darum. Noé: "Ich sehe, dass die Sache funktioniert, ich brauche keine Bestätigung von außen." Irgendwelche geheimnisvollen, noch unerforschten oder dem menschlichen Verstand unzugänglichen Kräfte, so glauben viele seiner Kollegen, seien am Werk. "Welcher Natur dieser Zusammenhang ist, lässt sich beim heutigen Wissensstand nicht entscheiden", konstatiert ein Thesenpapier der astrologischen Vereinigungen hierzulande. Allenthalben allerdings gibt es den Verweis auf den Mond. Der zeige doch eindrucksvoll, dass solch eine All-Macht existiere. Schließlich verursache er Ebbe und Flut auf Erden, bewege die Ozeanmassen.

Da halten Physiker dagegen: Zwar sind die Gravitationskräfte, die auf die gigantischen Wassermengen des Globus wirken, enorm - doch auf einen kleinen Menschen heruntergerechnet haben sie praktisch keinen Einfluss. Zumindest weit weniger als beispielsweise die Massenanziehungskraft, die bei der Geburt von der Hebamme oder dem Gynäkologen ausgeht. Also müssten die den neuen Erdenbürger eher beeinflussen als jegliche Anziehung ferner Monde und Planeten.

"Im Gegensatz zu den Gelehrten früherer Zeiten, die mit einfachsten Mitteln den Himmel studierten, haben wir heute mit Hilfe modernster Teleskope und Satelliten Planeten und Sterne sehr viel besser erforschen können", sagt der Astrophysiker Jakob Staude vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie. "Weit reichende Wirkung haben nur Gravitation und elektromagnetische Strahlung; daneben gibt es keine mystische Energie, die von Planeten oder Sternen herrührt." Diese beiden Kräfte der Himmelsobjekte "können nie und nimmer die von der Astrologie behaupteten Effekte auslösen", erklärt Staude. Schon im Jahre 1975 veröffentlichten 186 Wissenschaftler, unter ihnen 19 Nobelpreisträger, ein Manifest, in dem sie erklärten, dass es "keine wissenschaftlichen Grundlagen" für die Lehren der Astrologie gibt, die von "Scharlatanen" betrieben würde.

Selbst wenn wirklich etwas dran wäre am Sternedeuten, so argumentieren andere Kritiker, offenbare sich das Gedankengebäude bei näherem Hinsehen als absurd. Warum nämlich sollten dann die Himmelskonstellationen nur zum Zeitpunkt der Geburt Bedeutung haben? Warum nicht schon bei der Zeugung? Wieso haben Zwillinge unterschiedliche Lebensläufe? Und warum sollten von den Abermilliarden Sternen des Kosmos ausgerechnet nur jene wirken, die von des Menschen Fantasie zufällig und vollkommen willkürlich zu "Sternbildern" zusammengefasst wurden? Zu Gruppen, die physikalisch nichts verbindet und deren Mitglieder, gigantisch weit voneinander entfernt, in verschiedenen Tiefen des Alls stehen?

Hinzu kommt etwa, dass sich durch die langsame Kreiselbewegung der Erdachse die Sternbilder verschoben haben. Sie befinden sich nicht mehr an dem gleichen Ort wie vor 2000 Jahren, dennoch nutzen viele Astrologen noch heute die alten Konstellationen. Jemand, dem sie beispielsweise das Sternzeichen Krebs zuschreiben, ist in Wirklichkeit mit der Sonne im Sternbild Zwilling geboren. "Das wurde nicht berücksichtigt", sagt Reinhard Wiechoczek, Präsident der Planetariumsgesellschaft Ostwestfalen-Lippe, "obwohl dieses Phänomen schon lange bekannt ist. Es zeigt, auf welcher vorsintflutlichen Grundlage die Lehre steht."

Aber da gibt es doch "Die Akte Astrologie"! Mit diesem Titel brachte im Oktober 1997 Gunter Sachs, prominenter Ex-Playboy, Industriellenerbe und Fotograf, ein umfangreiches Werk heraus. Untertitel: "Wissenschaftlicher Nachweis eines Zusammenhangs zwischen den Sternzeichen und dem menschlichen Verhalten". Der Band wurde zum Bestseller. Der Autor, der auch Mathematik studierte, hatte dafür mit dem Computer die Geburtsdaten von Millionen Menschen auswerten lassen, von Berufstätigen und Studenten, Kranken und Selbstmördern, Brautpaaren und Geschiedenen, Straftätern und Verkehrssündern. Vor allem aus den Datenbanken der Schweiz bediente er sich, die von allen westlichen Staaten mit Abstand die genauesten Statistiken führt. Untersucht wurde, ob bestimmte Verhaltensweisen bei den Menschen aller Sternzeichen gleich häufig auftreten oder nicht. Sachs fand heraus: In jeder Sparte ergaben sich bei dem einen oder anderen Sternzeichen "signifikante" Abweichungen. So heirateten Wassermann-Männer eindeutig eher Wassermann-Frauen als Stier-Frauen, Waagen begingen häufiger als Stiere Diebstähle, mehr Zwillinge als Skorpione wurden Journalisten.

Sachs ließ sich von Statistikern der Universität München beraten; sie versicherten, die Studie sei statistisch korrekt. Damit war für den Autor klar, "dass Sternzeichen in allen von uns untersuchten Bereichen einen gewissen Einfluss auf das Verhalten von Menschen ausüben". Doch ein anderer Experte, Herbert Basler, ehemaliger Akademischer Direktor am Institut für Angewandte Mathematik und Statistik der Universität Würzburg, weist auf einen grundsätzlichen Denkfehler hin: Aus Signifikanzen kann noch kein ursächlicher Zusammenhang gefolgert werden. Klassisches Beispiel: Wenn die Geburtenrate in einem Lande steigt und gleichzeitig die Storchenpopulation wächst, ist dies noch kein Beweis, dass beides miteinander zu tun hat - es kann eben auch Zufall sein. Zudem entdeckte Basler, dass sich subtile "methodische Fehler" in die Studie eingeschlichen hatten.

Bereits in den 50er Jahren hatte der Schriftsteller Ludwig Reiners die Astrologie einem Härtetest unterzogen. Er schickte einem besonders renommierten Vertreter der Zunft, der Herausgeber einer astrologischen Zeitschrift und Vorsitzender eines astrologischen Vereins war, die Geburtsdaten des Dichters Rainer Maria Rilke (1875-1926) und der Filmschauspielerin Marlene Dietrich (1901-1992) - ohne ihm die Namen zu nennen. Der Experte bescheinigt dem Lyriker starkes kaufmännisches Talent, auch "ärztliche und Apotheker-Kenntnisse". Und aus dem Geburtsdatum der Schauspielerin schloss er, dass sie wohl "periodenweise Arbeit als Sekretärin" verrichtet habe.

Immer wieder zum Jahresende überprüft auch die "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" (GWUP), was Astrologen in den vergangenen Monaten prophezeiten, und was davon wirklich eingetreten ist. Aus der Rückschau für das Jahr 2003: Astrologe Kurt Allgeier verkündete im Januar in der Zeitschrift "Neue Revue" das Ende der Kanzlerehe: "Doris packt die Koffer." US-Star Michael Jackson hingegen prophezeite er Großes: "Die Sterne lieben ihn wieder. Comeback in den Hitparaden, Jubel weltweit!" Der Popsänger wurde wegen Kindesmissbrauchs angeklagt. Ziemlich daneben lag auch Astrologin Patricia Schwennhold. Für sie stand ein Attentat auf Joschka Fischer in den Sternen. Zudem weissagte sie, dass die Amerikaner im Frühjahr 2003 Osama bin Laden fänden. Winfried Noé wiederum verkündete, dass Jürgen W. Möllemann "Erfolge als Redner zwischen Mai und November" feiern würde. Der FDP-Politiker sprang Anfang Juni mit dem Fallschirm in den Tod.

"Wirklich überraschende Treffer landete niemand der zahlreichen Experten, die sich zu Wort gemeldet hatten", sagt GWUP-Mitglied und Mathematiker Michael Kunkel, "wie auch all die Jahre zuvor". Meist legen sich die Sternendeuter nicht konkret fest, sondern orakeln so nebulös, dass sie später schwer zu widerlegen sind. So prophezeite Elizabeth Tessier für 2003: "Schäden und Unfälle durch Wasser, Skandale in Finanzwelt und Politik, Probleme im Gesundheitswesen, in der Ernährung, bezüglich der Umwelt usw. sind verstärkt möglich."

Dass astrologische Charakteranalysen und Vorhersagen trotz alldem so häufig als zutreffend akzeptiert werden, liege, so die Kritiker, keineswegs an der Macht der Sterne, sondern sei purer Zufall. Und ein psychologisches Phänomen. Eine Mixtur aus Schmeicheleien, Phrasen und Binsenweisheiten, aus denen sich jeder etwas herauspicken kann, lullt den Ratsuchenden ein; oft verrät er unbewusst durch eigene Bemerkungen schon viel - und der Zuhörende muss es nur aufgreifen. Hinzu kommt die wissenschaftlich anmutende Autorität des Astrologen. Überdies sind die den zwölf Sternzeichen zugeordneten Charaktermerkmale inzwischen so vertraut, dass bereits ihre unterschwellige Kenntnis die Selbstwahrnehmung und auch das Urteil über andere Menschen beeinflussen kann. So sind Erfolge programmiert - wie in der Medizin bei einem Placebo.

Überdeutlich belegt das ein Experiment, das Redakteure des WDR-Fernsehmagazins "Quarks & Co" machten. Getarnt als "Eclipse-Astro-Forschungsgruppe" boten sie Menschen in einem Inserat kostenlos ein persönliches Horoskop an. Mehr als 200 Interessenten sandten daraufhin ihre Geburtsdaten. Doch statt individueller Horoskope bekamen sie alle das gleiche. Anhand eines Fragebogens sollten die Adressaten mitteilen, ob sie sich in der Analyse wiedererkennen würden. Der Rücklauf erstaunte die Fernsehleute: 76 Prozent antworteten mit: "Ja, mein Charakter wird gut beschrieben", 15 Prozent sogar mit "Perfekt, es stimmt alles." Das gleichlautende Horoskop, das alle erhalten hatten, war das des Hannoveraner Massenmörders Fritz Haarmann, der zwei Dutzend junge Männer bestialisch ermordet hatte und 1925 hingerichtet wurde.

Trotz alledem: "Der Wille, der Astrologie zu vertrauen, ist ungebändigt", sagt Reinhard Wiechoczek. In Schulen und auf Veranstaltungen stellt er immer wieder fest, wie resistent die Sternengläubigen gegen wissenschaftliche Logik sind. Vielleicht liegt es daran, meint er, dass der Mensch einfach Magie zum Leben braucht. Offenbar wende sich die Astrologie an ein Gefühl, das wohl in den meisten Menschen schlummert: die Sehnsucht, von etwas Großem geleitet zu werden und von diesem Mächtigen Tipps und Winks für das eigene, kleine Leben zu bekommen. "In Ermangelung der endgültigen Erklärbarkeit dieser Welt bleibt es wohl niemandem erspart, an etwas zu glauben", sagt Wiechoczek. "Aber muss es denn solch eine widersinnige Interpretation des Kosmos sein?"

Natürlich habe das Universum Einfluss auf das Geschick der Erde. "Durch einen Stern namens Sonne und seine Wärme ist Leben auf dem Planet Erde überhaupt erst möglich geworden. Und nur dank der Sterne, der Brutstätten für alles, gibt es die Materie, aus der wir bestehen. Wir sind nichts als Sternenstaub. Das ist doch fantastisch!"

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Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg