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Temperaturanstieg: Klimawandel auch auf dem Mars

Der Klimawandel auf der Erde ist zu einem weltweiten Problem geworden. Aber nicht nur auf unserem Planeten ändert sich das Klima - auch auf dem roten Planeten steigen die Temperaturen.

Auch der Mars ist von einem Klimawandel betroffen: Die Durchschnittstemperatur auf dem Mars sei seit den 70er Jahren um etwa 0,65 Grad Celsius angestiegen, sagen amerikanische Astronomen. Der Anstieg hängt mit Veränderungen der Marsoberfläche zusammen, die immer wieder von starken Staubstürmen heimgesucht wird. Ihre Ergebnisse schildern die Wissenschaftler um Liri Fenton vom Ames-Forschungszentrum der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa in Moffett Field im Fachmagazin "Nature".

Der Planet verdunkelt sich

Die Forscher stützen ihre Untersuchung auf Daten, die mit den Viking-Missionen in den 70er Jahren und der Global-Surveyor-Marssonde gesammelt wurden, die im März 1999 den Planeten erreicht hatte. Anhand der Aufnahmen konnten die Wissenschaftler rekonstruieren, wie sich die Oberfläche des Mars während dieser drei Jahrzehnte verändert hat.

So verdunkelten sich einzelne Regionen auf der Oberfläche des Planeten, während andere sich aufhellten. Insgesamt beobachteten die Forscher eine Verdunkelung des Planeten. Diese führte dazu, dass das Licht der Sonne die Oberfläche stärker aufheizte und die Durchschnittstemperatur anstieg.

Als Maß diente den Forschern die so genannte Albedo. Darunter verstehen Astronomen die Fähigkeit eines Himmelskörpers, einfallendes Licht zu reflektieren. Laut den Daten veränderte sich die Albedo stellenweise um mehr als zehn Prozent.

"Dust Devils" formen die Oberfläche neu

Auslöser der Veränderung des Klimas ist das rege Wettergeschehen auf dem Planeten, das die Forscher in einem Modell im Detail untersuchten: Durch die unterschiedliche Aufheizung der Oberfläche entstehen lokale Staubstürme, so genannte Dust Devils, aber auch Stürme, die weite Teile des Planeten betreffen. Die Stürme reißen große Mengen Staub mit sich und formen so die Oberfläche des Planeten immer wieder neu.

Über dunklen Regionen an der Oberfläche seien die Windgeschwindigkeiten höher als über hellen, schreiben die Forscher - ein Gegensatz, der sich sogar noch weiter verstärken werde, da jeder Sturm Staub abtransportiere und sich die Oberfläche dadurch weiter abdunkele. Die Erwärmung könnte auch die Ursache für den Rückgang des Eises am Südpol des Planeten sein, den Astronomen derzeit beobachten, vermuten die Wissenschaftler.

DDP / DDP