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Lebensberatung: Ein Coach für alle Fälle

Im Job geht's nicht weiter. Die Ehe ist festgefahren. Sackgasse. Wo selbst Freunde nicht weiterwissen, helfen die professionellen Lebensberater, die Barrieren aufzeigen und neue Wege öffnen.

Von Cornelia Stolze

Wer es wie Werner Seifert an die Spitze einer Klinik schafft, gilt weder als unentschlossen noch als hilflos. Doch schon wenige Jahre, nachdem der Mediziner den Chefposten übernommen hat, ist er mit seinem Latein am Ende. Mehrfach ist es zwischen ihm und Untergebenen zu schweren Konflikten gekommen. Reihenweise melden sich Mitarbeiter krank, das Arbeitsklima ist eisig. Als Seifert versucht, die Situation durch mehr Strenge und schärfere Kontrollen in den Griff zu bekommen, geht der Schuss nach hinten los: Gleich zwei seiner besten Mitarbeiter wollen die Abteilung verlassen, um endlich der miesen Stimmung zu entrinnen.

Wie es zu der Misere kam und wie sich der Teufelskreis aus Kontrollen, Misstrauen und Enttäuschung, in dem er steckte, durchbrechen ließ, erkannte Seifert erst mit Hilfe eines Coaches. Der öffnete ihm in wenigen Sitzungen die Augen für die tieferen Ursachen der wiederholten Konflikte.

Als Kind Angst vor Bloßstellungen

Schon als Kind, so stellte sich in Seiferts Gesprächen mit dem Psychotherapie-Professor Joachim Bauer vom Universitätsklinikum Freiburg heraus, hatten Angst vor Bloßstellungen und überhöhte Leistungsziele den späteren Klinikchef begleitet. "Ein zynischer Vater hatte ihn und seinen Bruder von früh an gegeneinander ausgespielt", berichtet Bauer von seinem Klienten, der in Wirklichkeit nicht Werner Seifert heißt. "Wer in der Schule oder im Sport Schwächen zeigte, wurde in der Familie vorgeführt." Später stachelte der Vater die Söhne zum Wettkampf an: Er sei gespannt, so sagte er, wer von beiden wohl als Erster eine Chefposition haben würde.

Als Seifert tatsächlich Klinikleiter wird, gerät er in ein Dilemma: Er sucht Loyalität und Anerkennung, doch sein Misstrauen bringt ihn dazu, Mitarbeiter permanent in die Defensive zu bringen und seine Anforderungen bewusst über deren Leistungsgrenze zu halten. Gute Beziehungen zwischen seinen Untergebenen sind ihm suspekt, Unzufriedenheit mit einzelnen Mitarbeitern ein willkommener Anlass, deren Kollegen vorübergehend zu seinen Verbündeten zu machen. Konferenzen werden regelmäßig Schauplatz von Bloßstellungen Einzelner - die Mitarbeiter sollen schließlich spüren, dass er die Zügel in der Hand hat.

Mit Bauers Hilfe gelingt es Seifert, den Knoten zu lösen und in kleinen Schritten ein neues Verhalten zu erproben. Er lässt "Versuchsballons" steigen, indem er - zunächst punktuell - Mitarbeitern Vertrauen schenkt und auf die Standgerichte verzichtet. Kritik, beschließt er dank des Coachings, übt er künftig nur noch unter vier Augen gegenüber den Betroffenen.

Die Mitarbeiter reagieren auf sein Vertrauen

Schon nach kurzer Zeit stellt der Klinikchef fest: Fast alle Mitarbeiter reagieren auf sein Vertrauen mit erhöhter Leistungsbereitschaft, Effizienz und einem hohen Maß an Loyalität. Auch die beiden Mitarbeiter, die seine Abteilung verlassen wollten, beschließen zu bleiben.

Wie Werner Seifert erleben viele Menschen, dass sie sich - aus scheinbar unerklärlichen Gründen - in Krisen verstricken, aus denen sie irgendwann nicht mehr herausfinden. Sie erkennen zwar, dass etwas schief läuft und häufig sogar nach dem immer gleichen Muster, wissen aber nicht, warum - und erst recht nicht, wie sie es ändern sollen.

Doch eine wachsende Zahl von Deutschen will das Problem aktiv angehen. "Immer mehr Bundesbürger", so die Erfahrung von Uwe Böning, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Bundesverbandes Coaching, "sind inzwischen bereit, sich auch als Privatperson und auf eigene Kosten frühzeitig professionelle Hilfe in Form von Coaching zu suchen."

Rasante gesellschaftliche Umwälzungen

Die Gründe liegen für Böning auf der Hand: Die Unsicherheiten über berufliche und private Zukunftsperspektiven sind gewachsen, die Leistungsanforderungen gestiegen, und mehr Menschen sind gezwungen, sich auf rasch veränderte Anforderungen einzustellen. Hinzu kommen die rasanten gesellschaftlichen Umwälzungen: Die Quote der Ehescheidungen steigt nach wie vor, Partnerschaften gehen reihenweise in die Brüche, und immer mehr Menschen leben - vor allem in den Großstädten - allein, vielfach ohne ein tragfähiges soziales Netz.

Zudem hat die mehr als 20-jährige Erfahrung mit Coaching im internationalen Management die Suche nach psychologischer Unterstützung salonfähig gemacht. Rund 80 Prozent aller Großunternehmen, schätzt Böning, bieten ihren Führungskräften heute Unterstützung durch Spezialisten.

Seither ist der Begriff Coaching "entpathologisiert", mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch: Lebensberatung in Anspruch zu nehmen ist weder ein Makel noch ein Eingeständnis von Schwäche oder Unfähigkeit. Es ist vielmehr ein probates Mittel, um das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern und zwischenmenschliche Probleme schneller und besser zu lösen. Das ist vielen Deutschen mittlerweile auch privates Geld wert.

Anlaufstellen gibt es zuhauf

Entsprechend breit gefächert sind die Einsatzgebiete: von Beziehungsproblemen in Ehe oder Partnerschaft über Sinnkrisen, ethische Zwangslagen wie eine ungewollte Schwangerschaft, Schicksalsschläge, Ängste vorm Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand bis hin zur Beratung von Müttern, die nicht mit der Tatsache zurechtkommen, dass ihr Sohn schwul ist. Anlaufstellen gibt es zuhauf. Die Kunst besteht eher darin, unter den Tausenden von Anbietern den richtigen zu finden.

Die Angst vieler Menschen, sie würden beim Coaching auf die Couch gelegt, um monatelang in frühkindlichen Erfahrungen zu wühlen, ist unbegründet. "Um zu erkennen, in welchen Blockaden sich ein Klient immer wieder verfängt", sagt die Berliner Psychologin Alexandra Schwarz-Schilling, "braucht man nur das Muster, das die Betroffenen dazu bringt, bestimmte Strategien immer wieder einzusetzen, obwohl sie ihnen langfristig schaden."

Coaching richtet sich an Gesunde, die ihre Probleme allein lösen könnten, dies aber mit professioneller Hilfe effektiver angehen wollen. Die Grenzen der Beratung liegen da, wo die Psychotherapie beginnt: bei schweren Seelenleiden wie Depressionen, Selbstmordgedanken, Angststörungen oder Suchterkrankungen.

Den Trennungsstrich rechtzeitig ziehen

Die Hamburgerin Stephanie Steinsdörfer, die seit mehreren Jahren Mitarbeiter von Unternehmen wie Beiersdorf und Bilfinger Berger Umwelttechnik trainiert, zieht den Trennungsstrich sogar schon früher. "Wenn ich merke, dass ein Kunde glaubt, nicht mehr ohne mich entscheiden zu können, gebe ich ab."

Wie für die meisten ihrer Kollegen gilt auch für Steinsdörfer als oberster Grundsatz: Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe. Während Psychotherapeuten ihren Klienten mitunter Inhalt und Ablauf der Therapie vorgeben, bestimmen Coaches sie immer gemeinsam mit dem Kunden. Und die Verantwortung für sein Handeln behält immer der Klient selbst.

Patentrezepte für Konflikte haben Coaches nicht. Sie können ihren Kunden aber als Sparringspartner dienen - und ihnen helfen, "die eigenen Gefühle und Reaktionen aus dem Diffusen herauszuholen", sagt Schwarz-Schilling. Das Hauptinstrument der Lebensberatung sind daher Fragen. Fragen, denen sich die Klienten ehrlich stellen und die sie letztlich selbst beantworten müssen. Wer bin ich wirklich? Wie wirkt mein Verhalten auf den oder die anderen? Welche Ängste stecken dahinter, wenn ich mich in bestimmten Situationen immer wieder in den gleichen Mustern verfange?

Angst ist das beherrschende Thema

In einem sind sich die meisten Experten nämlich einig: Das beherrschende Thema bei Konflikten ist Angst: Angst davor, verletzt oder gedemütigt zu werden, Angst, wertlos oder nicht gut genug zu sein, Angst vor Unkontrollierbarkeit der Gefühle oder Angst vor Bindung. Bei fast jedem Menschen, meint Schwarz-Schilling, sind ein bis zwei solcher Ängste besonders ausgeprägt, je nachdem, welche Erfahrungen er im Leben gemacht hat.

Eines der Hauptprobleme ist, betont Bauer, dass diese Ängste meist verdeckt sind und zu Ausweichstrategien führen. Damit versuchen wir, uns gegen das zu wappnen, wovor wir so große Angst haben. Dieses Vermeidungsverhalten hat einen paradoxen Effekt: Wer ständig versucht, bestimmte Enttäuschungen um jeden Preis zu verhindern, wird indirekt selbst zum Urheber jener Reaktionen, die er eigentlich unterbinden wollte.

Klassisches Beispiel dafür ist die tief sitzende Angst, übergangen und dadurch verletzt zu werden. Typische Strategie der Betroffenen ist es, alles daranzusetzen, um sich von anderen zu unterscheiden und für ihre Andersartigkeit bewundert zu werden. Sie stellen sich oftmals als jemand dar, der alles besser weiß und kann. Ohne es zu bemerken, betreiben sie damit ihre eigene Isolation. In Krisensituationen trennen sie sich lieber, als dass sie riskieren, von einem Kontakt enttäuscht werden. Damit erleben sie immer wieder das, was sie eigentlich verhindern wollten: dass andere Menschen sich von ihnen zurückziehen.

Eigene Ängste kennenlernen

Der beste Weg, solch starren Verhaltensschemata und hinderlichen Glaubenssätzen zu entrinnen, davon ist Schwarz-Schilling überzeugt, führt über die Erkenntnis. "Wer seine eigenen Ängste kennt, kann damit viel besser umgehen, als wenn er unbewusst versucht, sie ständig zu unterdrücken. Und das Erstaunliche ist: Wenn man das System durchschaut, macht man auf einmal auch andere Erfahrungen."

Solche Veränderungen erfordern von den Betroffenen freilich Arbeit. Gute Coaches haken daher nicht nur nach, wenn sie auf Widersprüche und Unklarheiten bei den Erzählungen ihrer Klienten stoßen. Mit Fragen und Rollenspielen versuchen sie auch, das Blickfeld der Betroffenen zu weiten und ihnen so bewusst zu machen, welche Gefühle sie mit ihrem Verhalten bei anderen auslösen.

Monika Hirsch-Sprätz lässt Klienten gezielt beschreiben, wie der jeweilige problematische Kollege ihn sieht und unter welchen Defiziten dieser vielleicht selbst leidet. "Durch diesen Perspektivenwechsel", sagt die Berliner Mobbing-Beraterin, "können die Betroffenen viel ehrlicher mit sich sein und Verständnis dafür entwickeln, wie sie unbewusst selbst zu der verfahrenen Situation beitragen."

Klare Ziele und Rollen entwickeln

Der Kommunikations- und Verhaltenstrainer Thomas Bachmann vom Berliner Artop-Institut an der Humboldt-Universität fordert von seinen Klienten mehr Einsatz. "Sobald das Problem des Klienten analysiert ist, geht es darum, gemeinsam mit ihm ein klares Bild von seinen Zielen und seiner jeweiligen Rolle zu entwickeln."

Genau daran, so Bachmanns Erfahrungen, krankten nämlich viele zwischenmenschliche Beziehungen. Da ist der Abteilungsleiter, der im Grunde "nur ein bisschen führen" will, weil er zwar Chef sein möchte, aber ungern Entscheidungen trifft und stets auf Harmonie bedacht ist. Oder aber der Ehemann, der seine Frau zwar liebt, mit ihr aber nicht gleichberechtigt umgehen kann, weil er ihrer schulmeisterlichen Art keine Grenzen setzt.

Bachmann spielt mit seinen Klienten typische Situationen durch und lässt sie Vorschläge für Lösungen entwickeln. Seine Klienten bekommen Hausaufgaben, in denen sie bestimmte Fragen durcharbeiten müssen. Und sie müssen Protokolle von den Coaching-Sitzungen schreiben, "damit sich das Besprochene und die neuen Sichtweisen besser verfestigen können".

Gefangen in Sachzwängen

Genau dieser Einsatz ist für den studierten Volkswirt Ralph Goldschmidt eine wesentliche Voraussetzung für den eigenen "Weg zum Glück". "Ich erlebe sehr oft, dass sich Leute in Sachzwängen sehen und nicht erkennen, dass sie die Gestaltung ihres Lebens selbst in die Hand nehmen müssen, um zufriedener zu werden."

Viele Menschen, die unter andauernden Konflikten oder Krisen leiden, so der Kölner Persönlichkeitstrainer, seien nicht bereit, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen, und suchten stattdessen ständig nach Schuldigen: Ob der Chef, die Eltern, der Staat oder die eigenen Gene - immer liegt es demnach an anderen, wenn es uns schlecht geht. "Das ist zwar bequem, weil man nichts tun muss und als vermeintliches Opfer auf Mitgefühl hoffen darf. Aber Wachstum findet nicht in der Komfortzone statt. Es erfordert immer auch, dass wir unangenehme Aufgaben angehen."

Selbst die beste Beratung kann ohne die Bereitschaft zur Mitarbeit wenig ändern. Sind der Leidensdruck oder die Motivation des Betroffenen jedoch hoch, das berichten Coaches immer wieder, ist in kurzer Zeit viel Veränderung möglich. Bachmann: "Oft gelingt es schon in ein, zwei Sitzungen die Augen für Dinge zu öffnen, die der Klient vorher nicht gesehen hat oder nicht sehen wollte." Bereits nach wenigen weiteren Terminen, so die Erfahrung der Beraterin Stephanie Steinsdörfer, sind dann in der Regel erste Veränderungen deutlich sichtbar.

Aha-Erlebnisse bringen das Meiste in Gang

Fast alle Berater berichten übereinstimmend: Es sind die Aha-Erlebnisse beim Erkennen der eigenen Muster, die das Meiste in Gang bringen. Wo vorher nur Hindernisse waren, sehen die Betroffenen auf einmal neue Lösungswege. Wo vorher nur Rückzug möglich schien, ist auf einmal Annäherung möglich. Manch einer lernt zum ersten Mal, dass es ein Zeichen von Stärke sein kann, andere Menschen um Hilfe zu bitten. Oder dass es sogar befreiend ist, bewusst Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.

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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.