Bärenjagd Braunbär brüllt Jäger an

Auf der Suche nach einem Auerhahn ist einem Jäger in der Nähe von Kufstein in Tirol der wilde Braunbär über den Weg gelaufen. Nun versucht die Umweltschutzorganisation WWF das Tier zu fangen, um es in einem Gehege unterzubringen.

Der wilde Braunbär treibt sich jetzt angeblich in der Nähe von Kufstein in Tirol herum. Ein Jagdpächter will das Tier dort am Mittwochabend gesehen haben, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. "Er hat mich angebrüllt", sagte der Jäger APA zufolge im ORF-Radio.

Die Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) will dem Hinweis nachgehen. Der WWF will den Bären vor dem drohenden Abschuss retten, ihn lebendig fangen und in einem Wildgehege unterbringen. Der Jagdpächter war laut APA auf der Suche nach einem Auerhahn und sei völlig überraschend auf den Bären getroffen. "Zuerst bin ich weggelaufen, weil ich mich nicht ausgekannt habe, was das war. Dann bin ich noch mal zurück und dann ist er neben mir vorbeigegangen. Er war etwa 50 Meter von mir entfernt", wird der Mann zitiert. Ob es der Bär gewesen sei, der in den vergangenen Tagen in Bayern und Österreich für Unruhe gesorgt habe, wisse er nicht. "Es war auf jeden Fall ein riesiger Bär", sagte er. "Ich wollte eh noch ein Foto machen, aber ich war zu aufgeregt."

Dennoch bleibt der Bär zum Abschuss frei

Kufstein ist rund 100 Kilometer vom Landkreis Garmisch-Partenkirchen entfernt, wo der Bär zuletzt am Montagnachmittag gesichtet worden war. Ein Braunbär kann ohne Probleme eine solche Strecke zurücklegen. Der WWF bemüht sich, den Bären lebendig zu fangen. "Auch wenn es extrem schwierig ist, das Tier einzufangen, versuchen wir, den drohenden Abschuss abzuwenden", erklärte WWF-Sprecher Christoph Heinrich. Das Tier könnte dann in einem Gehege untergebracht werden, das die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" und die "Stiftung für Bären" im Wildpark Poing bei München bereitstellen.

Der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf begrüßte die Initiative: "Kann der Braunbär gefangen werden, ist im Wildpark Poing bei München eine artgerechte Unterbringung möglich", erklärte Schnappauf. Er habe jedoch nach Rücksprache mit Bärenfachleuten vom WWF Österreich sowie der ein slowenisches Bärenprojekt betreuenden Universität Freiburg die Abschusserlaubnis aufrechterhalten, weil jederzeit damit gerechnet werden müsse, "dass der Problembär in menschliche Ansiedlungen eindringt". Der Bär habe von Tag zu Tag mehr Tiere gerissen, ohne sie zu fressen und sich Siedlungen immer weiter genähert, betonte Schnappauf. "Aus diesem Grund haben auch Tirol und Vorarlberg den Abschuss freigegeben." Ein Sprecher der Landesregierung Tirols, Wilhelm Mayr, hob allerdings hervor, dass die Abschusserlaubnis in Tirol nur für absolute Notfälle gedacht sei. Nur wenn alle anderen Möglichkeiten, ihn zu fangen, scheiterten, dürfe er getötet werden.

Empörung über Abschusserlaubnis

Schnappauf sagte, grundsätzlich stünden für die Wiederansiedlung von Braunbären geeignete Flächen in den bayerischen Alpen zur Verfügung. "Umso bedauerlicher ist es, dass ausgerechnet der erste Bär, der nach Jahrhunderten wieder nach Bayern kommt, ein abnormales Verhalten an den Tag gelegt hat." Bayern werde jedoch weiterhin einen Bärenbeauftragten benennen. Der CSU-Politiker hatte am Montag eine Abschusserlaubnis für den Bären erteilt, nachdem das Tier am Wochenende in unmittelbarer Nähe von bewohnten Häusern und Siedlungen am Fuß der Zugspitze ein Dutzend Schafe gerissen und einen Hühnerstall ausgeräubert hatte. Bei Tierschützern und Politikern von SPD und Grünen hatte Schnappaufs Vorgehen heftige Empörung ausgelöst.

AP AP

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