HOME

Bedrohte Superstars: Biene ist gleich Biene? Von wegen! So unterscheiden Sie Wild- und Honigbiene

Kennen Sie die Mörtelbiene? Oder die Schneckenhausbiene? In Deutschland leben 600 verschiedene Wildbienenarten und sie haben ein Problem. Sie sind kaum bekannt - und viele von ihnen vom Aussterben bedroht.

Eine Wildbiene landet auf einer Blüte

Nektarsammler im Anflug auf die Blüten eines Mehlsalbeis: Hätten Sie gedacht, dass es sich bei diesem schwarzen Insekt um eine Biene handelt? Eine Wildbiene, um genau zu sein?


Für unser Ökosystem sind sie unverzichtbar: Wie die bekannte Honigbiene bestäuben sie die Blüten von Bäumen, Pflanzen und tragen so zu unserer Ernährung bei. Allerdings: Die wilden Verwandten der Honigbiene sind bedroht. "Bei den Wildbienen stehen in Deutschland bereits über 50 Prozent auf der Roten Liste", erklärt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Und im Gegensatz zu der bekannten Honigbiene brauchen Wildbienen besonderen Schutz und Hilfe. Unsere Fotostrecke benennt die wichtigsten Unterschiede zwischen den Bienenarten - und wie sich die wilden Verwandten der Honigbiene am besten schützen lassen.

DPA

Das Insekt könnte auch einem Science-Fiction-Film entsprungen sein: Die blau-schwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) ist ein dicker Brummer. Sie kann eine Länge von fast drei Zentimetern erreichen und fällt mit einem hummelartigen, kompakten Körperbau auf. Wer würde bei diesem Anblick vermuten, dass es sich bei dem dunklen Insekt um einen Verwandten der Honigbiene handelt? Mehr noch: Dass diese blaue Insekt Teil einer riesigen Bienenfamilie ist, die in Deutschland kaum einer kennt? Hierzulande leben 600 verschiedene Wildbienenarten - sie tragen so klangvolle Namen wie Schneckenhausbiene oder Seidenbiene.

Doch ihr Summen könnte bald verstummen: Intensivierte Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden, wenige Nistangebote und die zunehmende Bodenversiegelung bedrohen die große Insektenfamilie. Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) ist mittlerweile jede dritte Wildbienen-Art in Deutschland gefährdet. Einige sind sogar vom Aussterben bedroht, etwa die Deichhummel oder die geflügelte Kegelbiene. Das ist im Fall der Wildbiene besonders dramatisch: Sie sind teilweise hochspezialisiert und wahre Meister darin, bestimmte Pflanzenarten zu bestäuben. Sterben sie aus, könnte das auch das Ende vieler Pflanzen bedeuten.

 Umweltschützer haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die wilden Verwandten der Biene besser zu schützen. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat dabei insbesondere die Großstädte ins Visier genommen. In Hamburg, Berlin und München gibt es bereits Projekte zum Schutz der Wildbienen. Dabei werden gezielt Blühflächen und Nistmöglichkeiten für die Blütenbestäuber geschaffen.

Doch auch jeder Einzelne kann etwas zum Erhalt der Wildbienen beitragen. Wichtige Tipps zum Schutz der Insekten finden Sie in unserer Fotostrecke. 

 

Themen in diesem Artikel