Fledermäuse Babygebrabbel kopfüber

So wie Menschenbabys erst sprechen lernen müssen, müssen auch Fledermäuse ihre Stimmen trainieren. Also hört man in den dunklen Höhlen tierisches Gebrabbel - bis die Kleinen sich verständlich machen können.

Nicht nur Menschenbabys brabbeln, auch Fledermausjunge trainieren so ihre Stimme. Das haben Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg bei jungen Sackflügel-Fledermäusen beobachtet. Es handele sich um den ersten Nachweis von Babygebrabbel abgesehen von Menschen und manchen Affenarten, berichtet der britische "New Scientist". Bislang war das Brabbeln nur bei Primatenbabys bekannt.

Bei Menschen spielt das Brabbeln eine wichtige Rolle für die Sprachentwicklung. Das Baby trainiert damit Stimmbänder und die Muskeln des Vokaltrakts. Die Zoologen um Mirjam Knörnschild beobachteten Sackflügel-Fledermäuse (Saccopteryx bilineata), die ein besonders großes Stimmrepertoire haben. Bei den vier bis acht Wochen alten Jungtieren registrierten sie Brabbelausbrüche mit Darbietungen aller Laute erwachsener Fledermäuse, einschließlich Bellen, Schnattern und Kreischen.

"Das Gebrabbel spielt sich größtenteils im Ultraschall ab, reicht aber bis in den hörbaren Bereich", berichtete Knörnschilds Kollege Oliver Behr, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. Die bereits online veröffentlichte Originalarbeit soll in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts "Naturwissenschaften" erscheinen.

DPA DPA

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