Genforschung Wie Zellen sich umbringen


Wird eine Körperzelle verletzt oder infiziert, läuft ein Selbstmordprogramm in der Zelle ab, das den Organismus vor Schaden bewahrt. Forscher haben an einem Wurm die Signalketten der sogenannten Apoptose entschlüsselt.

Bei der Entschlüsselung der Vorgänge, die zum programmierten Zelltod führen, ist die Wissenschaft einen großen Schritt vorangekommen. Forscher aus Braunschweig und Zürich identifizierten bei dem Wurm "Caenorhabditis elegans" jene Signalketten, die die so genannte Apoptose auslösen.

Der Zelltod kann ein programmierter Bestandteil bei der Entwicklung eines Kindes im Mutterleib sein, wenn etwa bei der Entstehung der Finger die vorher gebildeten Schwimmhäute durch Apoptose gezielt entfernt werden. Aber auch eine Schwächung oder Erkrankung der Zelle etwa nach einer Infektion kann den Zelltod auslösen. Wichtig für den Gesamtorganismus ist dabei, dass der Körper die abgestorbenen Zellen vollständig entfernt. Dabei umhüllen und fressen Nachbarzellen die beschädigte Zelle.

Riesenchance für die Krebsforschung

Was diesen Vorgang auslöst, haben nun die Forscher der Technischen Universität Braunschweig und des Instituts für Molekularbiologie in Zürich an dem einen Millimeter langen Wurm "C. elegans" untersucht. In dessen Erbgut wurden bislang zwölf Gene identifiziert, die für diesen Prozess verantwortlich sind. Alle diese Gene wirken auf das Gen ced-10 ein. Dieses verformt dann die fressende Zelle, um die tote Zelle zu umschließen und aufzunehmen.

Ein tieferes Verständnis der Apoptose wäre auf verschiedenen medizinischen Gebieten ein großer Fortschritt. Damit ließe sich unter Umständen das Absterben von Zellen etwa nach Herztod oder Schlaganfall verhindern. Für die Tumorbekämpfung wäre es dagegen ideal, den Zelltod gezielt bei Krebszellen auslösen zu können.

AP


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