HOME

Ig-Nobelpreise: Olympiade der durchgeknallten Forscher

Mit dem "Ig-Nobelpreis" werden besonders kuriose Forschungsprojekte prämiert. Kurz vor der Verleihung spricht Jury-Mitglied Mark Benecke im stern.de-Interview über klebrige Duschvorhänge, ein Schwimmbecken voller Gelee und das Motto mancher Forscher: Erst lachen, dann nachdenken.

Am 2. Oktober werden an der amerikanischen Harvard-Universität in Cambridge die diesjährigen Ig-Nobelpreise verliehen, die so genannten Spaß-Nobelpreise für wissenschaftliche Entdeckungen. Verraten Sie uns als Mitglied der Jury, wer in diesem Jahr mit welchen Forschungsergebnissen nominiert ist?

Das ist geheim, das darf ich nicht.

Warum werden nur Wissenschaftler nominiert, deren Entdeckungen – so die Bedingung – nicht wiederholt werden können oder wiederholt werden sollten?

Ein Witz, den nur Naturwissenschaftler verstehen. Denn in den Naturwissenschaften muss alles reproduzierbar sein. Wenn zum Beispiel jemand behauptet, er habe jetzt den Nachweis gefunden, dass Wasser ein Gedächtnis hat, sagen seine Kollegen natürlich gleich: Dann zeigen Sie mir das doch mal. Und wenn der dann sagt: Nee, jetzt geht das aber nicht, weil schlechte Schwingungen im Raum sind, dann weiß man, dass man es hier nicht mit Wissenschaft zu tun hat. Entweder kann man etwas wiederholen oder nicht. Und wir unterstellen mit unserer Bedingung, dass man die preisgekrönten Forschungsergebnisse besser nicht nachmachen sollte – weil sie entweder Quatsch sind oder weil dann womöglich das Labor in die Luft fliegt. Was natürlich nicht stimmt (lacht).

Ist das tatsächlich nur wissenschaftlicher Unsinn, der bei Ihnen eingereicht wird

90 Prozent davon sind ernsthafte Entdeckungen – da haben die Forscher zum Zeitpunkt ihrer Experimente nicht geahnt, dass das Ergebnis irgendwann einmal als lustig empfunden werden könnte. Und die restlichen 10 Prozent sind einfach Schwachsinn oder Quatsch, wo irgendwelche Wissenschaftler oder Homöopathen durchgedreht sein müssen.

Was nennen Sie ernsthafte Entdeckungen?

Zum Beispiel das, was der Typ gemacht hat, der den ganzen Swimmingpool mit Gelee geflutet und geguckt hat, ob man darin schneller oder langsamer als in Wasser schwimmen kann. Der wusste natürlich, dass das ein seltsames Experiment war – der hat aber schon sein ganzes Leben lang solche außergewöhnlichen Untersuchungen gemacht, alles rein wissenschaftlich.

Und? Was hat er festgestellt?

Dass man gleich schnell schwimmt, egal, ob da Pudding, Gelee oder Wasser drin ist. Wir Wissenschaftler sagen eben, das kann man nicht ausrechnen, das muss man ausprobieren. Dann kriegt er dafür den Spaß-Nobelpreis, weil das super ist, das einfach mal zu machen.

Die Spaß-Nobelpreise werden seit 1991 verliehen. Können Sie spontan nominierte Entdeckungen nennen, die Ihnen in besonders in Erinnerung geblieben sind?

Zum Beispiel das Ding mit den klebrigen Duschvorhängen. Da hat jemand erforscht, wieso einem in engen Duschkabinen immer der Duschvorhang an den Beinen klebt. Und der Kollege hat herausgefunden, dass das nicht am sogenannten Bernoulli-Effekt liegt, wonach ein Unterdruck entsteht, wenn ein Medium an einem Objekt schnell vorbeiströmt. Der hat, nachdem er zwei Wochen lang an einem extrem aufwändigen Programm gesessen hat, die Ursache in quer liegenden winzigen Wirbelwinden entdeckt, die beim Duschen entstehen und den Vorhang dann gegen den Körper zieht.

Waren auch mal deutsche Wissenschaftler unter den nominierten Spaßvögeln?

Deutsche reichen da höchst selten mal einen Beitrag ein. An einen, der allerdings gar nicht nominiert worden ist, erinnere ich mich noch ganz gut. Das war ein Duo, das ausgerechnet hat, in welchem Winkel man beim Einschenken ein Weizenbierglas halten muss, damit genau der richtige Schaum entsteht – nicht zu viel und nicht zu wenig. Das ist ein typisch deutsches Experiment, weil man normalerweise sagt, dass man das Glas halt schräg halten muss. Die wollten aber genau wissen: wie schräg? Und haben das dann systematisch variiert mit verschiedenen Winkeln – und zwar mit einer Apparatur, wo man den Winkel mit der Füllgeschwindigkeit kombinieren kann. Aber das fanden die Amerikaner in der Jury überhaupt nicht lustig, die haben den Witz gar nicht verstanden.

Ist es nicht problematisch, wenn eine international besetzte Jury für die Spaß-Nobelpreise mit so unterschiedlichen Humorverständnissen antritt?

Klar, die lachen sich kaputt, wenn wir allenfalls eine Augenbraue hochziehen würden. Beispiel Weihnachtsmann. Da ist ein Psychologe – John Trinkaus, ein total cooler und genialer Mann – hingegangen und hat sich in eine Shopping Mall begeben. In Amerika setzt man doch Kinder zu Weihnachten gern dem Weihnachtsmann auf den Schoß. Und Trinkaus hat in seinen Beobachtungen und Studien herausgefunden, dass sich die Kinder ausnahmslos davor fürchten, sich beim Weihnachtsmann auf den Schoß zu setzen – oder denen es bestenfalls völlig egal ist. Die Einzigen, die das freut, sind die Eltern. Die Amerikaner liegen da unterm Tisch vor Lachen. Wir sagen da doch allenfalls: Nun gut, ja, ganz witzig.

Legendär sollen jedenfalls die Partys nach der Verleihung der Spaß-Nobelpreise sein.

Richtig. Da kommen sie alle in der Harvard University zusammen, sogar echte Nobelpreisträger, total verkauzte Typen, kein normaler Mensch geht da hin. Da wird auch nichts großartig organisiert, keine Hotelzimmer, nix. Mich hat man mal bei einem Mathematiker einquartiert, wo ich direkt neben dessen Mauskäfig pennen musste. Die Mäuse hatte ihm seine Schwester geschenkt, damit er nicht so einsam war. So was ist der reinste Horror. Die Leute, die zu diesen Partys kommen, sind totale Nerds (Sonderlinge, Außenseiter – d. Red.), die auch noch sonderbar verkleidet sind als Roboter oder Hühner – kein Mensch weiß, warum. Das ist total abgespaced. Die schmeißen auch während der Preisverleihung die ganze Zeit Papierflieger auf die Bühne. Und treffen damit natürlich auch die ehrenwerten Nobelpreisträger, die sich aber offensichtlich köstlich amüsieren.

Trotzdem gewöhnungsbedürftig, oder?

Da haben Sie Recht. Da kommen lauter Forscher zusammen, wie man sich eben Forscher vorstellt, Leute ohne große soziale Kompetenz. Und irgendwann unterhalten sie sich auch noch über ihre Fächer und Experimente. Ich hab da mal mit einem gesprochen, der herauszufinden versucht hatte, ob die Schuhgröße eines Mannes Rückschlüsse auf die Länge seines Penis zulässt. Ich hatte erwartet, dass das eine ziemlich abgefahrene Plauderei wird – aber innerhalb von einer Minute war ich in ein urologisches Fachgespräch verwickelt, aus dem ich ganz schlecht wieder rauskam.

Wofür steht das Ig eigentlich im Ig-Nobelpreis?

Für ignoble, was mit "unwürdig", "schmachvoll" oder "schändlich" übersetzt werden kann. Wir haben dann gleich eine Legende in die Welt gesetzt, dass das Ig für den Neffen von Alfred Nobel stehe, des Stifters der richtigen Nobelpreise, und dass dieser Neffe Ignatz Nobel herausgefunden habe, dass niemals zwei Sprudelwasserblasen denselben Weg nehmen im Wasserglas. Das hat zum Beispiel auch die „Zeit“ übernommen. Einige Jahre später hat tatsächlich jemand herausgefunden, dass zwei Goldfische niemals denselben Weg schwimmen. Ein schönes Beispiel, wie ein Witz von der Wirklichkeit eingeholt werden kann.

Interview: Almut F. Kaspar

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(