Kannibalismus Saurier vertilgten auch Artgenossen


Unter den Dinosauriern auf Madagaskar gab es Kannibalen, wie Fossilienfunde belegen. Ob die Saurier ihre Artgenossen auch jagten, ist weiter ungeklärt.

Der Fleisch fressende Dinosaurier Majungatholus atopus hatte auch kannibalische Züge. Zumindest über die Kadaver seiner Artgenossen ist der Saurier gelegentlich hergefallen. Das berichten amerikanische Forscher, die Fossilien untersucht hatten, im britischen Fachblatt "Nature" (Bd. 422, S. 515). Zahnspuren auf den Fossilien belegten, dass viele der Knochen abgenagt worden waren und zwar von Angehörigen der eigenen Art. Ob der Kannibale auch gezielt Jagd auf seine Artgenossen gemacht hat, konnte bislang nicht geklärt werden.

Majungatholus atopus bevölkerte vor mehr als 65 Millionen Jahren Madagaskar. Fossile Überreste der Dinosaurier brachten die Forscher um Raymond Rogers vom Macalester College (St. Paul/ US-Bundesstaat Minnesota) nun auf die Spuren des kannibalischen Fressverhaltens. Sie untersuchten versteinerte Knochen von Majungatholus, die an drei verschiedenen Orten auf der Insel in regelrechten "Knochengruben" gemeinsam mit den Überresten anderer Tiere gefunden worden waren, etwa mit Vögeln, Fischen oder Säugetieren.

Nach einem Vergleich der Fraßspuren auf den Knochen mit dem Gebiss von Majungatholus stand zweifelsfrei fest, dass dieser nicht nur andere Saurier gefressen hat, sondern auch Artgenossen. Bislang gab es keinen eindeutigen Beweis, dass Dinosaurier Kannibalismus betrieben haben. Entsprechende Hinweise sind Angaben der Wissenschaftler zufolge in jüngster Zeit immer wieder entkräftet worden. Heute kennt man kannibalisches Fressverhalten hauptsächlich von Reptilien und Vögeln, aber auch 14 der derzeit lebenden Säugetiere sind Kannibalen.


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