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Kreationismus: "Der Schöpfer ist ein Käfermacher"

Sie leugnen die biologische Evolution und verfechten ein wörtliches Verständnis der Bibel: Kreationisten sind nicht nur in den USA auf dem Vormarsch. Auch bei uns finden sie zunehmend Anhänger. Der Kasseler Biologieprofessor Ulrich Kutschera kämpft dagegen.

Herr Professor Kutschera, in einer jüngst veröffentlichten Umfrage bejahten 40 Prozent der befragten Studienanfänger der Psychologie die Frage, ob die Lebewesen so komplex seien, dass nur eine höhere Intelligenz sie erschaffen haben könne. Beunruhigt Sie das?

Diese Zahl belegt, dass im Themenbereich "Biologie/Evolution" offensichtlich deutliche Bildungsdefizite bestehen. Der Glaubenssatz vom intelligenten Design, das heißt einer übernatürlichen Intelligenz, wird durch keinerlei Fakten belegt. Der Umfragewert ist in der Tat beunruhigend.

Aber als so bedeutend wie in Amerika kann man den Kreationismus in Deutschland sicherlich nicht ansehen?

Der Kreationismus, also ein wörtlich verstandener biblischer Schöpfungsglaube, ist durchaus nicht ohne Einfluss. Da ist etwa die "Studiengemeinschaft Wort und Wissen e. V." in Baiersbronn, bei deren Mitgliedern es sich praktisch ausnahmslos um besser gestellte Personen handelt, häufig Akademiker, wenige Biologen. Sie werben für ihren Standpunkt, zum Beispiel durch privaten Kauf des von ihnen herausgegebenen "Evolution - Ein kritisches Lehrbuch" der Autoren Reinhard Junker und Siegfried Scherer, das sie dann an Schulen weiterleiten.

Angenommen, ein religiös geprägter Schüler bekommt dieses sich wissenschaftlich gebende Buch geschenkt und konfrontiert seinen Biologielehrer damit. Der müsste die Beweislage für die Evolution der Lebewesen doch bestens kennen und ihm problemlos Kontra geben können?

Das kann extrem unangenehm werden. Typische Angriffe auf die Wissenschaft sehen etwa so aus: "Also, Herr Müller, warum haben Sie denn keinen Doktortitel?" Dann sagt Herr Müller: "Gut, ich habe halt Lehrer studiert." "Ja, aber da habe ich ein Buch, das haben Leute verfasst, die haben alle einen Doktortitel, das sind Fachleute, auch Professoren. In dem Buch steht schwarz auf weiß geschrieben, dass fast alles, was Sie uns erzählt haben, nicht stichhaltig ist."

Wie erklärt der Nachwuchs-Kreationist seinem Lehrer, dass auch heute noch neue Arten entstehen und wir der Evolution quasi bei der Arbeit zusehen können?

Indem er sagt, der Gott der Bibel habe so genannte Grundtypen erschaffen - Adam und Eva etwa repräsentieren den Grundtyp Mensch. Und genau wie sich aus Adam und Eva in sechs- bis zehntausend Jahren im Zuge einer rasanten "Mikroevolution im Eilschritt" alle 6,6 Milliarden Menschen entwickelt haben sollen, haben sich zum Beispiel die Hundeartigen, die Hühnervögel, die Weizenartigen, die Entenartigen entwickelt. Man akzeptiert, dass es rasche Artbildungs- oder Mikroevolutionsprozesse gibt, da hält man sich sogar krampfhaft an alle Fakten. Die Bibel sei damit kompatibel.

Wenn das so ist, dann muss der Evolutionsforscher sagen: Der Schöpfer war ein Käfermacher! Warum sonst hätte er Hunderttausende verschiedene Käferspezies auf "Grundtypebene" erschaffen und nur etwa 4600 Säugetierarten zustande gebracht? Der Kreationismus liefert dazu keine Antwort, die moderne Evolutionstheorie sehr wohl.

Aber das werden die Kreationisten nicht mit Humor aufnehmen, so ein Argument?

Nein, das wird als äußerst arrogant und polemisch angesehen. Wenn Sie als nüchterner Fachwissenschaftler die Thesen der Kreationisten ernst nehmen und dann mit sachlichen Argumenten entkräften, werden Sie als überheblicher Materialist, Darwinist, Dogmatiker, Terrorist und Schlimmeres bezeichnet.

Und all die Würmer, für die muss der Schöpfer ebenfalls ein Faible gehabt haben... Sie haben selbst Würmer entdeckt, die Ihren Namen tragen, nicht wahr?

Eine neue Ringelwurmart fand ich im Golden Gate Park, mitten in San Francisco, an meinem 32. Geburtstag. Ich war unterwegs, drehte einen Stein um, und da saß ein seltsamer grauer Wurm. Geburtstag hin oder her - ich habe mich gewundert, wie sieht der denn aus! War es Helobdella stagnalis, Linné 1758 - ein europäischer zweiäugiger Plattegel? Der kommt auch in Nordamerika vor.

Zu Hause in Palo Alto, wo ich als Postdoc der Stanford University wohnte, habe ich nach einer Stunde gewusst, dass ich den Wurm als nova species beschreiben kann. Es gibt in Amerika, anders als in Deutschland, eine vollständige Artenliste: Meine Spezies ist heute Tierart Nummer 68405 der USA und trägt den Namen Helobdella californica Kutschera 1988. Die Artbeschreibung habe ich in einer englischsprachigen Fachzeitschrift veröffentlicht.

Wie lange lebten diese Tiere unentdeckt im Park vor sich hin?

Der Evolutionsbiologe denkt in Jahrmillionen! Das ist eine Grundregel. Die schnellsten Artbildungsprozesse, die dokumentiert sind, liegen im Bereich von unter 100.000 Jahren.

Aber der Kreationist hat nur 10.000 Jahre zur Verfügung?

Deshalb klammern sich die Kreationisten unter anderem an die möglicherweise in 10.000 Jahren entstandene Buntbarsch-Spezies, die in Seen des ostafrikanischen Grabenbruchs gefunden worden sind.

Aha - schon wieder ein Anlass für ausgedehnte Streitereien.

Ich werde häufig gefragt: Warum schlägt sich da ein Evolutionsbiologe und Physiologe mit den Kreationisten herum? Harmlose Sonderlinge, eine kleine Gruppe, die haben begrenzten Einfluss! Ich meine aber, das ist problematisch. Die Schöpfungsgläubigen wollen die wissenschaftliche Denk- und Arbeitsweise neu definieren. Der Naturforscher erklärt Phänomene, die er vorfindet, aus der Natur selbst heraus, ohne Bezug auf nicht belegbare Glaubensinhalte. Götter, Geister und Designer, übernatürliche Kräfte, all das, was sich einer Überprüfung entzieht, klammern wir aus.

Wenn man sagt, ein intelligenter Designer habe vor 10.000 Jahren beispielsweise diese Palmen hier erschaffen, dann antwortet der Wissenschaftler: Gemäß dem methodischen Naturalismus ist diese Aussage nicht überprüfbar, sondern religiöser Glaube.

Wenn diese dogmatische Denkweise um sich griffe und somit die Wissenschaft den Naturalismus aufgäbe, hätte dies unter anderem zur Folge, dass es keine internationalen Kooperationen mehr gäbe. In vielen Genom-Großprojekten arbeiten zum Beispiel Atheisten, Christen sämtlicher Richtungen und Hindus fruchtbar miteinander. Würden jetzt die Hindus ihren Glauben in die Theorienbildung einbringen, die Christen ihre biblischen Wunder und die Atheisten dann sagen: Nein, das wollen wir nicht, wäre das Unternehmen "Naturwissenschaft international" erledigt. Das wäre eine von vielen Konsequenzen.

Wissenschaft fährt also gottlos besser?

Die Naturwissenschaften sind per Definition atheistisch. Meine Position ist: Halten wir Wissen und Glauben auseinander. Stellen Sie sich vor, Sie haben Bauchschmerzen und gehen ins Krankenhaus. Nun kommt der Oberarzt und sagt: Ich bin strenggläubiger Christ, Gottes Inspiration leitet meine Hand, und in der Bibel fand ich etwas, das sich eindeutig auf Blinddarmoperationen beziehen muss. Also schneiden wir mal gemäß meinem Glauben Ihren Bauch auf.

Da würden Sie sagen: "Herr Oberarzt, wissen Sie das denn nicht genau? Was sagt die medizinische Forschung? Welche empirischen Studien haben gezeigt, wie man wissenschaftlich fundiert operiert?" Dann würde er antworten: "Vertrauen wir auf Gott und starten die Operation!" Würden Sie sich diesem Chirurgen anvertrauen? Wohl eher nicht.

Gesichertes Faktenwissen ist auch im praktischen Leben des modernen Menschen von großer Bedeutung, während religiöse Glaubensinhalte der Privatsphäre vorbehalten bleiben sollten. Auch gläubige Naturwissenschaftler und Ärzte haben im Berufsleben gemäß dem Naturalismus zu verfahren und nur belegte Tatsachen zu akzeptieren.

Interview: Christoph Koch / print
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(