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Mysteriöses Bienensterben: Parasit könnte Killer sein

Varroa-Milbe, Viren, Pestizide oder Pilze: Wissenschaftler sind seit Jahren auf der Suche nach einer Ursache für das weltweite, mysteriöse Massensterben von Honigbienen. Nun wollen sie einen weiteren möglichen Auslöser entdeckt haben.

Varroa-Milbe, Viren, Pestizide oder Pilze: Für das seit Jahren andauernde massenhafte Sterben von Bienenvölkern in den USA und Europa wird vieles verantwortlich gemacht. Nun wollen Forscher herausgefunden haben, dass hinter dem mysteriösen Massensterben von Honigbienen auch ein Parasitenbefall stecken kann. Spanische Wissenschaftler zeigten erstmals, dass der Erreger Nosema ceranae den sogenannten Bienenvolk-Kollaps (Colony Collapse Disorder, CCD) auslösen kann. Die Behandlung mit einem Antibiotikum rettete die überlebenden Bienen der untersuchten Stöcke.

Das seit einigen Jahren beobachtete Bienensterben geht mit rätselhaften Phänomenen einher: Ausgewachsene Bienen verschwinden spurlos und lassen den Bienenstock samt der Königin, der jungen Bienen und der Brut zurück. Spanische Forscher aus Guadalajara untersuchten nun zwei betroffene Bienenvölker, die Zeichen eines solchen Kollapses zeigten. Als Ursache fanden sie den Parasiten Nosema ceranae, der bislang nicht als Auslöser des Massensterbens galt. Hinweise auf andere Verdächtige wie etwa die Varroa-Milbe oder Pestizide fanden sie dagegen nicht.

Die Wissenschaftler behandelten die Bienenstöcke mit einem Antibiotikum und erreichten damit eine komplette Erholung der Bestände, wie sie im Fachblatt "Environmental Microbiology Reports" schreiben. "Da wir nun wissen, dass ein Parasitenstamm verantwortlich sein könnte, können wir nach Anzeichen von Infektionen suchen und infizierte Kolonien behandeln, bevor sich der Erreger ausbreitet", sagt Studienleiter Mariano Higes vom Centro Apicola Regional in Guadalajara.

Das Bienensterben ist nicht nur eine ökologische Katastrophe, sondern auch wirtschaftlich bedeutsam. So werden die Tiere etwa in den USA kommerziell zur Bestäubung von Obst- und Gemüsepflanzen genutzt. Der Wert dieser landwirtschaftlichen Produkte wird dort auf rund 15 Milliarden Dollar geschätzt.

AP / AP