Naturereignis Sonnenfinsternis von Wolken getrübt


Der Blick auf die verfinsterte Sonne wurde allerdings von vielen Wolken am Horizont getrübt, berichtete Jost Jahn von der Vereinigung der Sternenfreunde im niedersächsischen Uelzen.

Frühaufsteher haben am Samstag in Deutschland und Teilen Europas ein ungewöhnliches Himmelsschauspiel erleben können: Erstmals seit 1999 gab es wieder eine Sonnenfinsternis. Der Blick auf die verfinsterte Sonne wurde allerdings von vielen Wolken am Horizont getrübt, berichtete Jost Jahn von der Vereinigung der Sternenfreunde im niedersächsischen Uelzen. "Man musste sich ein bisschen gedulden. Aber zwischen den Wolkenlücken sah man dann sehr spektakulär die Sonne nur als Sichel." Das Besondere war diesmal, dass die Sonne schon verfinstert aufging. "Das kommt eher selten vor", meinte Jahn.

Auch auf Island war die Sonnenfinsternis mit Spannung erwartet worden. Wegen des schlechten Wetters war sie allerdings nur kurz zu sehen.

Mecklenburg-Vorpommern zuerst

Zu den ersten, die die Teilfinsternis sehen konnten, gehörten kurz vor 5.00 Uhr die Mitarbeiter der Sternwarte Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Dort stieg die Sonne rechtzeitig vor dem Maximum, bei dem der Mond fast 85 Prozent der Sonne verdeckte, über die Wolken. "Besonders gut zu sehen waren die Sonnenflecken, die für die Polarlichter in den vergangenen Tagen verantwortlich waren", sagte Marcel Hähnel vom Vorstand des Sternwartevereins.

Wolken, viele Wolken

Allerdings trübten auch vielerorts Wolken den Blick auf das Spektakel. In Rostock etwa konnten Frühaufsteher erst die wieder zunehmende Sonne durch eine Wolkenlücke sehen. "Im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns und in einem Streifen von der Lüneburger Heide über Hessen und Thüringen war der Himmel bedeckt", sagte Thomas Globig vom Wetterdienst meteomedia enttäuscht, da er selber auf der Ostsee-Insel Hiddensee nichts sehen konnte.

Freie Sicht in Bochum

Glück hatten dagegen die Sternengucker in Bochum: "Kurz vor 5.30 Uhr riss der Himmel auf und gab den Blick auf die Sonne frei", berichtete Astronom Thilo Elsner. Er konnte auch den Effekt der sich drehenden Sichel beobachten. "Der Mond zog von rechts nach links vor der Sonne vorbei. Dadurch wirkte es, als ob der sichtbare Rest sich in Form eines Croissants von links nach rechts um ihn herum dreht." Auf Grund von Wolken und Nebelbänken konnte in Bochum das Ereignis ohne Schutz betrachtet werden. "Mit einer "Sofi-Brille" von 1999 hätte man gar nichts gesehen."

Anders als im Sommer 1999 war die Sonnenfinsternis diesmal nicht total. Der Mond verdeckte nur bis zu 85 Prozent der Sonne. Nach Auskunft von Jahn war in Deutschland eine nach rechts geöffnete Sichel zu sehen.

Feuerring nur für Sekunden

Besonders beeindruckend sollte der Anblick der verfinsterten Sonne in Island werden. Dort wurde ein gleißender Feuerring erwartet, wenn der kleiner erscheinende Mond sich mitten vor die Sonnenscheibe schiebt. Wie ein Mitarbeiter des Fernsehens berichtete, versammelten sich bei Olafsfjardarmuli an der Nordküste mehr als 500 Schaulustige auf einem Berggipfel. Man habe den für dreieinhalb Minuten erhofften Feuerring aber nur jeweils für kurze Augenblicke sehen können.


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