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Streit um Evolutionslehre: Sieg für Darwin

In Pennsylvania tobte ein Streit zwischen Eltern und Schulleitung - Biologielehrer sollten neben der wissenschaftlich anerkannten Evolutionslehre Darwins alternativ "Intelligent Design" unterrichten. Ein Gericht untersagte das nun.

Im Streit um Darwins Evolutionstheorie an US- Schulen hat am Dienstag ein Richter im Bundesstaat Pennsylvania die Vermittlung eines alternativen Konzepts untersagt. In dem mit Spannung erwarteten Urteil beschied Richter John Jones, dass die als "Intelligentes Design" propagierte Theorie über die Entstehung des Lebens durch ein höheres Wesen keinen Platz im Biologie-Unterricht habe.

Religiöse Hintergründe der Kampagne verschleiert

Ein Schulbezirk in Dover hatte die Theorie im vergangenen Jahr in den Lehrplan für 14-Jährige genommen. Danach sollten die Biologielehrer einen Text vorlesen, der die Evolutionslehre nach Charles Darwin (1809-82) als unbewiesene Theorie bezeichnet und den Schülern nahe legt, dass das Leben auf der Erde auch von einer höheren Macht geschaffen worden sein könnte. Eltern hatten dagegen geklagt.

Richter Jones warf den Verfechtern der Design-Theorie vor, sie hätten die religiösen Hintergründe ihrer Kampagne verschleiert. Mitglieder des Schulrates hatten mehrfach öffentlich tief religiöse Überzeugungen geäußert. Sie waren im November, kurz nach Ende der Anhörung in dem Prozess, abgewählt worden oder zurückgetreten.

Gegen Trennung von Staat und Kirche verstoßen

US-Gerichte hatten bereits früher entschieden, dass "Kreationismus" - die wörtliche Auslegung der biblischen Schöpfungsgeschichte - im Schulunterricht nichts zu suchen habe. Das verstoße gegen die von der Verfassung garantierte Trennung von Staat und Kirche. So äußerte sich auch Richter Jones: "Wir kommen zu dem Schluss, dass es gegen die Verfassung verstößt, "Intelligentes Design" in einer Wissenschaftsschulstunde an einer öffentlichen Schule als Alternative zur Evolution zu unterrichten."

Verfechter des Design-Konzepts hatten aktiv nach einem Schulbezirk gesucht, der die Lehre ins Programm heben würde und es gezielt auf einen Prozess angelegt. Sie strebten eine gerichtliche Anerkennung an. In zahlreichen US-Bundesstaaten haben Schulbehörden bereits Aufkleber auf Biologiebüchern angeordnet, in denen die Evolutionslehre in Zweifel gezogen wird. Der Prozess in Pennsylvania war aber der erste seiner Art im Streit zwischen Befürwortern und Gegnern der Design-Theorie. Präsident George W. Bush, nach eigenem Bekunden ein tief religiöser Christ, hatte sich dafür ausgesprochen, Schüler auch über "Intelligentes Design" zu unterrichten.

DPA