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Tierschützer fordern Schlachtverbot: Die Katze soll in der Schweiz nicht länger Festtagsbraten sein

In der Schweiz ist das Schlachten und Jagen von Katzen erlaubt. In einigen Kantonen schätzt man die Vierbeiner besonders zur Weihnachtszeit. Tierschützer fordern nun erneut ein Verbot.

Das Schweizer Gesetz erlaubt, eigene oder verwilderte Katzen zum Verzehr zu töten.

Das Schweizer Gesetz erlaubt, eigene oder verwilderte Katzen zum Verzehr zu töten.

Das Tier solle drei Tage in Quellwasser eingelegt werden und anschließend im eigenen Saft schmoren. Als der italienische TV-Koch Beppe Bigazzi 2010 in einer Fernsehshow erklärte, wie man eine Katze brät, war der Skandal vorprogrammiert. Tierschützer, Medienwächter und Politiker traten auf den Plan. Bigazzi wurde suspendiert. Sein Auftritt wurde als geschmacklos, widerwärtig und bedenklich veurteilt. Der Koch versuchte sich noch halbherzig aus dem Schlamassel zu ziehen - doch der Ruf des "mangiagatti" (Katzenfresser) eilt dem 81-Jährigen seither voraus.

Die Gründe für den allgemeinen Aufschrei sind schnell auf einen Nenner gebracht: Das Essen von Hunden und Katzen wird in westlichen Gesellschaften als exotisch abgetan. Nach dem gängigen Werte-Verständnis gehören die Vierbeiner schließlich unter und nicht - wie etwa in China oder Korea - auf den Tisch.

Doch was den wenigsten bewusst sein dürfte: Der Italiener Bigazzi muss nicht erst bis nach Fernost reisen, um mit seiner kulinarischen Vorliebe nicht mehr als Exot durchzugehen: Auch in der Schweiz stehen in manchen Kantonen Katzen bis heute auf dem Speiseplan.

Katzenfleisch traditionell zu Weihnachten

Und das absolut legal. Während in Deutschland und Italien das Töten von Hunden und Katzen im Allgemeinen verboten ist, erlaubt das Schweizer Gesetz, die eigene Katze oder den eignen Hund zum Eigenverzehr und nicht-kommerziellen Zwecken zu töten. Voraus setzt die Legislative lediglich, dass die Schlachtung nicht gegen die Tierschutzverordnung verstößt.

Das wollen Tierschützer des Neuenburger Verbands SOS Chats nun ändern. Sie haben eine mit 16.000 Unterschriften gezeichnete Petition gegen die Jagd auf herrenlose Katzen im Parlament eingereicht. In manchen Kantonen sei die Jagd sogar 200 Meter von Wohnhäusern entfernt erlaubt. Jäger könnten verwilderte von gechippten Katzen jedoch nicht unterscheiden, kritisieren die Tierschützer.

Geht es nach den Tierschützern, soll Katzenfleisch pünktlich zu Weihnachten verboten - und den Katzenliebhabern damit das Festessen vermasselt werden. Das dürfte dann vor allem Bewohner der Kantone Bern, Luzern und Jura betreffen. Laut Verband zählt Katzenfleisch dort noch immer zu den traditionellen Festmahlzeiten.

Ob SOS Chats dieses Mal Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Vergangenes Jahr hatte der Verbund bereits eine entsprechende Gesetzesänderung verlangt. Der Antrag wurde abgelehnt. Bis dato überlässt die Schweizer Regierung den Verzehr von Haustieren dem ethischen Empfinden jedes Einzelnen. Und eingemischt hat sich die Helvetischen Nation ja noch nie gern.

mh