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Skythen: Speere, Gold und die stolze Haltung von Kriegerinnen – so wurden vier Amazonen beigesetzt

Die Skythen waren einen Stamm von Amazonen. Kriegerinnen waren ganz normal. In einem Grab wurden nun vier Frauen aus mehreren Generationen gefunden – versehen mit edlem Schmuck und ihren Waffen. 

Der aufwändige Kopfschmuck war aus besonders wertvollem Gold gefertigt.

Der aufwändige Kopfschmuck war aus besonders wertvollem Gold gefertigt.

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In der Antike wurde über die Amazonen berichtet. Ein Stamm gefürchteter Kriegerinnen, die zu Pferde mit Pfeil und Bogen kämpften. Und die sich angeblich – so die männlichen Historiker – eine Brust amputierten, damit die Brust nicht das Zielen mit dem Bogen behindern konnte.

Lange Zeit hielt man die kämpfenden Frauen für eine Legende. Inzwischen weiß man, auch durch die Analyse des Erbguts von Kriegergräbern, dass weibliche Kämpfer vielleicht nicht die Regel, aber doch auch nicht so ungewöhnlich waren, wie die männlich dominierte Geschichtswissenschaft glauben machen wollte.

Die Amazonen der Steppe

Und wenn es einen Stamm gibt, der den Amazonen nahe kommt, dann sind es die Skythen. Diese Reiternomaden beherrschten ab etwa dem 8./7. Jahrhundert v. Chr. die Steppen nördlich des Schwarzen Meeres im heutigen Südrussland und der Ukraine. Sie sind nicht allein durch ihren kunstvollen Goldschmuck bekannt, bei ihnen waren kämpferische Frauen tatsächlich die Regel. Ein Team unter der Leitung des Archäologen Valerii Guliaev gab nun die Entdeckung eines 2500 Jahre alten Grabes bekannt, in dem vier Kriegerinnen gemeinsam begraben waren. Der Fund wurde in der Zeitschrift der Akson Russian Science Communication Association veröffentlicht.

Die Frauen wurde in einem von 19 Grabhügeln bei dem weißrussischen Dorf Devitsa gefunden. Die Jüngste war ein Mädchen im Alter von 12 oder 13 Jahren, zwei Frauen waren in den Zwanzigern, die letzte Frau wurde sogar zwischen 45 und 50 Jahre alt. Für die damalige Zeit ein hohes Alter. Auch das die jungen Mädchen dürften nach damaligen Maßstäben bereits als heirats- und kampffähig gegolten haben.

Hoher Anteil an Kriegerinnen

Laut der Historikerin Adrienne Mayor wurden ein Drittel der skythischen Frauen mit Waffen begraben. Viele der Toten hatten Kriegsverletzungen erlitten. Allein das Team vom Guliaev hat mittlerweile elf bewaffnete Frauen gefunden. Erst vor Kurzem wurde in Armenien eine Skythin aus der gleichen Epoche entdeckt. Gemäß der Analyse ihres Skeletts waren ihre Rumpf- und Gesäßmuskeln genauso muskulös wie die eines Mannes. Im Bein der Toten steckte noch eine Pfeilspitze und auch weitere Narben deuteten darauf hin, dass sie an Schlachten teilgenommen hat.

"Die Amazonen sind ein typisches skythisches Phänomen", so Guliaev. "Für sie wurden separate Grabhügel angelegt. Alle Bestattungsriten, die für Männer gemacht wurden, wurden auch für sie durchgeführt."

Die Skythen führten einen Kampf vom Pferde aus.

Über Tausend Jahre lang dominierten sie Eurasien. Die schnelle, überfallsartige Art ihre Kriegsführung mit Pfeil und Bogen machte es möglich, dass Frauen als ebenbürtige Gegner auftraten. Geschick und die Beherrschung des Pferdes waren wichtiger als bloße Körperkraft.

Video: Gräber der Inka-Elite entdeckt

Kostbare Grabbeigaben

Ein Teil der Gräber wurde im Laufe der Zeit geplündert, aber das Lager einer jungen und das der älteren Frau blieben erhalten. Die ältere Kriegerin trug sogar noch ihren goldenen Kopfschmuck. Sein Gold war besonders rein und wertvoll. Sie wurde mit einem Dolch und einer gegabelten Pfeilspitze beigesetzt.

Im zweiten erhaltenen Grab wurden ein Bronzespiegel, zwei Speere und ein Glasperlenarmband gefunden. Die jüngere Frau wurde in einer rituellen Reiterhaltung beigesetzt, dafür mussten die Sehnen der Toten durchtrennt werden. Sie sollte bis in die Ewigkeit über die Steppe jagen.

Quellen: Haaretz, Archelog.ru

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