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Steitwagen-Fund: Mit Schmuck und Streitwagen - so ging ein Liebespaar in die Ewigkeit

Ein Liebespaar wurde zusammen mit einem kompletten Streitwagen beerdigt. Prächtig geschmückt  kuscheln sie in ihrem Grab. Zwei Pferde sollten sie auf dem Wagen ins Jenseits ziehen

Auch der wertvolle Schmuck der Frau blieb im Grab.

Auch der wertvolle Schmuck der Frau blieb im Grab.

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In der Region Karaganda in Kasachstan wurde ein gut erhaltenes Grab gefunden, in dem ein Paar die Reise ins Jenseits angetreten hat. Beide liegen auch nach 5000 Jahren eng aneinandergeschmiegt. Das Paar stammt offensichtlich aus der reichen Führungsschicht – jemand anders konnte sich so eine Beerdigung mit so teuren Grabbeigaben kaum leisten. Obwohl das Grab in der Antike geplündert wurde, ist der Mann immer noch mit einem Köcher voller Pfeile und einem Dolch bewaffnet. Die Frau neben ihm trägt reichen Schmuck - darunter Armbänder aus grünen Halbedelsteinen.

Er gehörte zu den Kriegern, die von ihren Streitwagen einst die Welt beherrschten. Die kleinen Karren, die von Pferden gezogen wurden, revolutionierten in der Bronzezeit die Kriegsführung. In Europa verbindet man meist Hethiter, Ägypter und Perser mit diesen Wagen. Ihren Ursprung hatten die Streitwagen allerdings in den Steppen Asiens.

Kriegerelite der Steppe

Direkt neben dem Paar befindet sich so ein Pferdewagen, vor ihm liegen zwei geopferte Pferde. Umgeben ist das Grab von aufgestellten Steinen. Der Archäologe Dr. Igor Kukushkin nimmt an, dass es sich bei dem Mann um einen Angehörigen der Kriegerelite, der Wagenlenker, handelt.

Ob die beiden Toten wirklich ein Paar waren, kann man mit Sicherheit nicht sagen. Der reiche Schmuck und die intime Haltung deuten allerdings darauf hin. "Solche gekoppelten Bestattungen sind in unserer Gegend keine Seltenheit," so Kukushkin zur "Daily Mail". "Aber die Frage, wie die zweite Person zu dem Verstorbenen stand, ist immer noch ungelöst."

Paar im Jenseits

Untersuchungen der Skelette können Aufschluss auf Leben und Ernährung der beiden geben. So kann man herausfinden, ob sie aus einer sozialen Schicht stammten. Wenn es ein Paar war, ist es wahrscheinlich, so Kukushkin, dass die Frau ihren Geliebten in den Tod begleitet hatte und sich vor der Beerdigung tötete. Denkbar sei es aber auch, so Kukushkin, dass passende Personen, die zeitnah verstarben, als Liebhaber für die Ewigkeit zusammen beerdigt wurden, unabhängig von ihrem Verhältnis vor dem Tod.

"Wurde die Frau - oder der Mann - getötet, um sicherzustellen, dass sie ihrer anderen Hälfte folgen? Waren die Toten ein Mann und eine Frau? Oder bestand das Paar aus einem Mann und einer Frau, die nicht verheiratet waren, und nur um die gleiche Zeit starben?", sagt Kukushkin. "Unsere ersten Untersuchungen an diesen Skeletten zeigten keinen sichtbaren Spuren eines gewaltsamen Todes, aber detailliertere Arbeiten sollten helfen, die Ursache ihres Todes zu klären."

Komplettes Geschirr erhalten

Bei den Pferden ist es hingegen wahrscheinlich, dass sie geopfert wurden. Sie wurden Rücken an Rücken gelegt. Dann hat man sie eingespannt. Ganz so, als würden sie den Wagen ziehen. "Wir können ziemlich sicher sein, dass beide Pferde getötet wurden .... Die Pferde liegen auf den Seiten, Rücken an Rücken. Dies ist eine seltene Position, die sehr ähnlich zu berühmten Felszeichnungen von Streitwagen ist."

In den Gräbern wurden auch Speerspitzen aus Stein und Bronze gefunden. Archäologen entdeckten zudem eine Pfeilspitze und einen vergoldeten Anhänger zusammen mit Keramik-Figuren. Neben dem auffälligen Armschmuck trug die Frau eine Halskette und Anhänger aus Bronze und Halbedelsteinen. Zudem sind die Schnalle und die Lederriemen des Geschirrs erstaunlich vollständig. "Solch ein seltener Fund von so wichtigen Details eines Wagengeschirrs ist ein großes Glück für die Forschung."

Kra
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?