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Variante des H5N1-Virus: US-Regierung will Berichte über Supervirus verhindern

Terrorangst vor einem neuen Erreger: Die US-Regierung hat an Forscher und Wissenschaftsjournale appelliert, Daten über ein im Labor entwickeltes Supervirus unter Verschluss zu halten - zwei Magazine erwägen trotzdem einen Gang an die Öffentlichkeit.

Trotz Drucks von Seiten der US-Behörden wollen zwei renommierte Wissenschaftszeitschriften möglicherweise mit Informationen über ein besonders gefährliches tödliches Virus an die Öffentlichkeit gehen. Das US-Magazin "Science" zeigte sich beunruhigt, der Forschung "potenziell wichtige" Informationen zur Gesundheit vorzuenthalten, wie "Science"-Chefredakteur Bruce Alberts am Dienstag (Ortszeit) erklärte.

Die US-Behörde für Biosicherheit (NSABB), die die Regierung in Washington berät, befürchtet im Falle der Veröffentlichung der Informationen über das Vogelgrippevirus H5N1, dass dieses für Anschläge mit Millionen von Todesopfern hergestellt werden könnte.

Bei dem Virus handelt es sich um eine genetisch abgewandelte Variante des H5N1-Virus, das erstmals von Mensch zu Mensch übertragen wird. Sollte es in der Natur vorkommen oder von Terroristen eingesetzt werden, könnte es Experten zufolge eine tödliche Pandemie auslösen: Das Virus führt in 60 Prozent der Fälle zum Tod.

Bislang starben lediglich 350 Menschen an der Krankheit, da es eigentlich nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Bedeutung für die Wissenschaft

Der Vorsitzende der NSABB, Paul Keim, zeigte sich im vergangenen Monat zutiefst besorgt über das Virus. "Ich kenne keinen anderen krankheitserregenden Organismus, der so beängstigend ist wie dieser", sagte Keim laut dem US-Verband zur Förderung der Wissenschaft. Seine Behörde forderte die beiden Zeitschriften angesichts der "extrem ernsten globalen Bedrohung der Gesundheit" auf, "Änderungen an den Texten" vorzunehmen.

"Science" und das britische Magazin "Nature" prüfen derzeit die nicht bindende Forderung der US-Regierung, verweisen aber auf die Bedeutung der Informationen für die Wissenschaft, mit denen beispielsweise neue Behandlungsmethoden entwickelt werden könnten.

AFP/DPA / DPA
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