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Wahlkampf in den USA Religionsexperte erklärt: "Für Evangelikale ist Trump eine Art Messias"

Trump betet mit der evangelikalen Pastorin Paula White-Cain
US-Präsident Trump sucht die Nähe der Evangelikalen. Hier betet er gemeinsam mit der konservativen Pastorin Paula White-Cain.
© action press
Vor allem konservative Christen unterstützen Donald Trump - immer noch. "Er ist sogar eine Art Messias" sagt der Religionssoziologe Philip Gorski im Interview mit dem stern. Und erklärt, wie der US-Präsident versucht, diese große Wählergruppe an sich zu binden.

Bei den Wahlen 2016 stimmte die große Mehrheit der Evangelikalen in den USA für Donald Trump. Auch heute steht diese Gruppe der konservativen Christen hinter dem USA-Präsidenten. Im Gespräch mit dem stern erklärt der amerikanische Religionssoziologe Philip Gorski von der Universität Yale: "Für viele Evangelikale ist Trump ein starker, vielleicht sogar von Gott gesandter Beschützer." Denn: "Sie verstehen die USA als weiße, christliche Nation. Als eine Nation, die von innen und außen überfallen und angegriffen wird." Und es gäbe viele, die Trump für einen "guten, bekehrten Christenmenschen" halten würden. Auch wenn man das auch deutscher Sicht kaum verstehen könne.

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Es gäbe in dieser Wählergruppe, die etwa 25 bis 30 Prozent der amerikanischen Bevölkerung ausmacht, zwar Zweifel am Führungsstil Donald Trumps. Aber Gorski vermutet, dass trotzdem viele wieder für Trump stimmen werden im November. "Weil es hier um Gut gegen Böse geht. Die Demokraten sind böse und die Republikaner sind gut." Mit seiner ablehnenden Meinung zu Abtreibungen und der Besetzung von Richterstellen mit Konservativen bediene Trump genau diese Wählerschaft, die Amerika er als "weiße, christliche Nationalisten" verstehe. Auch die Sprache Trumps sei auf diese Evangelikalen ausgerichtet: "Er bedient sich einer apokalyptischen Sprache und zeichnet eine Welt, die im Chaos versinkt."  Das käme besonders gut an. Denn: "Christliche Konservative in den USA hatten schon immer eine apokalyptische Weltvorstellung und ein viel buchstäblicheres Verständnis der Bibel."


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