"First Daughters" Schön und flott


Doppelte Wahl: Die Amerikaner entscheiden im November nicht nur über ihren neuen Präsidenten, sondern auch über ihre neuen "First Daughters". Die Bush-Zwillinge und die Kerry-Töchter machen Wahlkampf.

Der US-Wahlkampf gewinnt an Farbe - blond und brünett. Vier flotte junge Frauen steigen für ihre "Daddys" in den Ring und starten damit zugleich einen indirekten Wettstreit um ihren Platz als "Erste Töchter" im Staate. Jenna und Barbara Bush, die fröhlichen und hübschen Zwillingssprösslinge des derzeitigen Präsidenten George W. Bush, haben gerade ihr Collegestudium abgeschlossen und bereiten sich darauf vor, ihrem Vater im Wahlkampf unter die Arme zu greifen. Für Bushs demokratischen Herausforderer John Kerry treten dessen Töchter Vanessa und Alexandra an.

In den Wahlkampf zieht Glamour ein

In den US-Medien wird der Einsatz der Töchter mit Freude gesehen. In den Wahlkampf ziehe nun Gottseidank etwas Glamour ein, befand ein Zeitungskommentator und fügte wenig Schmeichelhaft hinzu, dass sich weder First Lady Laura Bush noch Kerrys Ehefrau Teresa Heinz gut für ein Modemagazin eigneten. Die Bush-Zwillinge werden dagegen schon bald für "Vogue" posieren, und das "Time"-Magazin hält die 22-jährigen schlicht für "hot". Aber das lässt sich sicher auch zumindest von Alexandra Kerry, kurz Alex genannt, sagen. Bei den Filmfestspielen in Cannes tauchte sie unlängst in einem durchsichtigen Kleid auf, das mehr enthüllte als verhüllte und "sittsame" Zeitungen wie die "Washington Post" dazu zwang, die durchschimmernden Brüste mit einem schwarzen Balken zu versehen.

Dergleichen Eskapaden für das Auge sind von den Bush-Töchtern gewiss nicht zu erwarten. Aber das heißt nicht, dass sie Mustergirls wären, die nur studieren. Im Gegenteil: Schon wenige Monate nach Bushs Amtsantritt hatten die jungen Frauen mit ihrer Vorliebe für Promillehaltiges unfreiwillig für Schlagzeilen gesorgt. Obwohl Trinken in den USA erst ab 21 erlaubt ist, wurden die beiden damals noch Minderjährigen wiederholt mit Alkohol erwischt. Die blonde Jenna, die als "wilder" gilt als ihre ebenfalls lebenslustige aber zugleich manchmal schüchterne brünette Schwester, musste sogar für 30 Tage ihren Führerschein abgeben.

Bush will Töchter aus dem Rampenlicht halten

Die damaligen Schlagzeilen schmerzten die Eltern Bush sehr: Sie waren sowohl in ihrer Zeit in der texanischen Gouverneursresidenz als auch bisher im Weißen Haus stark darauf bedacht, ihre Kinder aus dem Rampenlicht zu halten. Auch jetzt, da beide Töchter häufiger in der Öffentlichkeit zu sehen sein werden, appellierte das Präsidentenpaar an die Medien, Jenna und Barbara in ihrem "Privatleben" allein zu lassen. Beide haben am vergangenen Wochenende das College mit einem Bachelor-Abschluss verlassen: Jenna hat in Austin (Texas) Englisch studiert, Barbara an der renommierten Yale-Universität Geistes- und Sprachwissenschaften.

Jenna will demnächst nach New York ziehen und dort mit Freunden eine Bude teilen, Barbara plant ein medizinisches Praktikum im Rahmen eines Kinder-Aidsprogramms. Zunächst werden sie aber dem Vater beim Wettbewerb ums Weiße Haus helfen, wahrscheinlich meistens unsichtbar als Mitarbeiter in einer Washingtoner Wahlkampfzentrale. Aber auch einige öffentliche Auftritte seien zu erwarten, sagt Laura Bush.

Kerry-Töchter mit größerer Medienerfahrung

Die 30-jährige Alex und die 27-jährige Vanessa haben im Vergleich zu den Bush-Töchtern schon größere Medienerfahrungen. So ist die blauäugige blonde Vanessa, eine Harvard-Medizinstudentin, schon in einem Fernsehwerbespot für ihren Vater aufgetreten. Alexandra, die über einen Anthropologie-Abschluss verfügt, ist derzeit Filmproduzentin und Schauspielerin.

Inzwischen gibt es immer mehr Wahlkampfwebseiten, die sich einer Frage widmen: Wer ist am schönsten, wer hat den größten Sex-Appeal? Gemeint sind damit weder George W. Bush noch John Kerry.

Gabriele Chwallek/DPA DPA

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