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Parteitag der Demokraten "Sein einziger Fehler war, Trump vertraut zu haben": Tochter von Covid-19-Opfer beklagt Corona-Politik

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Auf dem Parteitag der Demokraten hat eine junge Frau den Corona-Tod ihres Vaters beklagt: "Es gibt zwei Amerikas: Das, in dem Donald Trump lebt, und das, in dem mein Vater gestorben ist", sagte sie in einer emotionalen Rede.

Kristin Urquiza hat im Juni ihren Vater verloren. Wochenlang hatte er gegen Covid-19 gekämpft, den Kampf aber verloren. Nun ist die 19-Jährige auf dem Parteitag der oppositionellen Demokraten aufgetreten und hat in einer kurzen, aber emotionalen Rede vom Schicksal ihrer Familie berichtet – und dabei den US-Präsidenten wegen dessen Corona-Politik angeklagt: So sagte sie in einem vorher aufgezeichneten Beitrag, ihr Vater Mark Anthony Urquiza habe Donald Trump und dessen "Sprachrohren" vertraut, als diese gesagt hätten, dass das Coronavirus unter Kontrolle sei und verschwinden werde.

In einer Karaoke-Bar angesteckt

Der 65-Jährige aus Arizona sei an einem Abend Ende Mai mit Freunden in eine Karaoke-Bar gegangen, nachdem der Gouverneur des Bundesstaats die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben habe. Wenige Wochen später sei ihr Vater ohne Angehörige auf der Intensivstation gestorben. Bereits Anfang dieses Sommers machte Urquizas Nachruf auf ihren Vater die Runde in sozialen Netzwerken. Darin beklagte sie die "Nachlässigkeit von Politikern, die weiterhin die Gesundheit brauner Körper (gemeint sind Einwanderer aus Lateinamerika, d.Red.) gefährden", weil sie die Schwere der Pandemie verschleierten.

Dies ist die Ansprache von Kristin Urquiza:

"Seine einzige Vorerkrankung war, dass er Donald Trump vertraut, und dafür hat er mit seinem Leben bezahlt hat", sagte die Tochter weiter. "Das Coronavirus hat deutlich gemacht, dass es zwei Amerika gibt: Das Amerika, in dem Donald Trump lebt, und das Amerika, in dem mein Vater gestorben ist." Eine der letzten Dinge, die ihr Vater ihr gesagt habe, sei gewesen, dass er sich von Trump betrogen fühle. "Wenn ich meine Stimme für Joe Biden abgebe, werde ich es daher für meinen Vater tun."

Verfehlte Corona-Politik in den USA 

Die USA sind mit Abstand das am schlimmsten vom Corona-Virus betroffene Land der Welt. Mehr als fünf Millionen Infektionen sind nachgewiesenen, 170.000 Menschen bereits gestorben. Als einer der Gründe für die verheerende Bilanz gilt die vorschnelle Aufhebung der Corona-Maßnahmen, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen – auch auf ausdrücklichen Wunsch des US-Präsidenten. Dessen verfehlte Corona-Politik ist ein großes Wahlkampfthema. Aktuell tagen die Demokraten, um mit Joe Biden den Präsidentschaftskandidaten für die Wahl im November zu küren. In Umfragen liegt der Herausforderer derzeit vor Donald Trump.

Quellen: DPA, "USA Today"

nik

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