Ägypten Anschläge auf Touristen erschüttern Kairo


In Ägypten sind erneut Touristen Ziel von Terroranschlägen geworden. Bei zwei Anschlägen in Kairo wurden am Samstag neun Menschen verletzt, darunter vier Ausländer.

Die drei Attentäter kamen ums Leben. Zunächst sprang ein Mann mit einer Bombe auf der Flucht vor der Polizei nahe dem Ägyptischen Museum von einer Brücke. Keine zwei Stunden später beschossen seine Verlobte und seine Schwester einen Reisebus im Süden der Hauptstadt.

Gesundheitsminister Mohammed Awad Tag Eddin sagte, bei den Verletzten handele es sich um drei Ägypter, ein israelisches Paar im Alter von 55 Jahren sowie einen 28 Jahre alten Schweden und eine 26-jährige Italienerin, die nach Angaben des schwedischen Außenministeriums verlobt sind. Eddin zufolge erlitten die Opfer nur leichte Verletzungen. Bei dem Sprengsatz habe es sich um eine einfach gebaute Nagelbombe gehandelt.

Zwei Gruppen bekennen sich im Internet zu den Anschlägen

Im Internet bekannten sich zwei Gruppen zu den Anschlägen - die Mudschahedin Ägyptens und die Abdullah-Assam-Brigaden. Letztere erklärten, es handele sich um Racheakte für den Tod der Islamisten, die im vergangenen Oktober Bombenanschläge auf der Sinai-Halbinsel verübt hätten. Die Brigaden bekannten sich auch zu diesen Anschlägen. Die ägyptischen Behörden hatten erklärt, die Anschläge stünden im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt und hätten keinen innenpolitischen Bezug.

Am 7. April dieses Jahres riss ein Selbstmordattentäter auf einem Basar in Kairo zwei Franzosen und einen Amerikaner mit in den Tod. Der Attentäter vom Samstag, Ehab Jusri Jassin, wurde im Zusammenhang mit diesem Anschlag gesucht, wie das Innenministerium erklärte. Der Mann sprang nahe dem Luxushotel Ramses Hilton am Ägyptischen Museum von einer Brücke und wurde bei der Explosion seines Sprengsatzes getötet.

Die Touristen im Bus bleiben unverletzt

"Ich sah eine große Explosion, nachdem offenbar ein Mann eine Bombe von einer Brücke geworfen hatte", berichtete Augenzeuge Mohammed Hassan Mohammed. Schwer bewaffnete Polizisten riegelten den Schauplatz des Anschlags ab und durchsuchten eine Gruppe von Jugendlichen, die sich zufällig dort aufhielt.

Keine zwei Stunden später eröffneten im alten koptischen Viertel im Süden Kairos zwei verschleierte Frauen das Feuer auf einen Reisebus. Nach Angaben des Innenministeriums folgten sie dem Bus mit ihrem Wagen und schossen drei Mal von hinten auf das Fahrzeug. Dann richteten sie die Waffen gegen sich selbst. Eine der jungen Frauen war sofort tot, die andere starb im Krankenhaus. Die Touristen im Bus blieben unverletzt. Augenzeugen sagten, die Polizei habe auf die Frauen geschossen.

Islamistischer Terror in den 90er Jahren

In den 90er Jahren verübten Islamisten in Ägypten mehrere Anschläge auf Touristen, um eine wichtige Einnahmequelle des Landes auszutrocknen und die Regierung damit unter Druck zu setzen. Bei einer Schießerei im Pharaonentempel der Hatschepsut bei Luxor wurden im November 1997 insgesamt 58 ausländische Touristen und vier Ägypter getötet. Zwei Monate zuvor fielen neun deutsche Touristen und ihr Fahrer vor dem Ägyptischen Museum in Kairo einem Anschlag auf ihren Reisebus zum Opfer. Im Oktober vergangenen Jahres verübten Attentäter Bombenanschläge auf der Sinai-Halbinsel. Dabei kamen 34 Menschen ums Leben, mehr als 100 erlitten Verletzungen. Unter den Toten waren 10 israelische Touristen. Die Polizei erklärte, der Drahtzieher sei ein Palästinenser.

AP AP

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