Afghanistan 60 Taliban bei Offensive getötet


Hartes Vorgehen in Afghanistan: Die einheimischen und internationalen Truppen haben bei ihrer Offensive im Süden des Landes 60 Taliban getötet. Die Truppen haben die Aufständischen nach eigenen Angaben aus dem Distrikt Arghandab vertrieben.

Bei der Offensive gegen die Taliban in der südafghanischen Provinz Kandahar sind nach Regierungsangaben etwa 60 Aufständische getötet worden. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kabul, General Sahir Asimi, sagte, zahlreiche weitere Rebellen seien seit Beginn der Operation "Doar Bukhou" (Umkehr) am Vortag verletzt worden.

Präsident Hamid Karsai sagte, die Rebellen seien vollständig aus dem umkämpften Distrikt Arghandab vertrieben wollen. Die Taliban hätten schwere Verluste erlitten. "Die meisten Militanten, die den Distrikt angriffen, waren ausländische Terroristen und ihre Diener."

Kandahars Gouverneur Assadullah Chalid sagte am Donnerstag: "Die gemeinsamen (afghanischen und internationalen) Truppen haben im Distrikt Arghandab Hunderte militante Taliban getötet oder verwundet." Auch zwei afghanische Soldaten und ein Zivilist seien ums Leben gekommen.

Taliban stürmten Gefängnis

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul waren an der Operation gegen die Aufständischen mehr als 1000 afghanische Soldaten und rund 300 kanadische Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF beteiligt. Flugzeuge der Nato-geführten ISAF bombardierten Ziele der radikalislamischen Rebellen.

Taliban-Kämpfer hatten vergangene Woche das Gefängnis in Kandahar gestürmt und rund 900 Insassen befreit, darunter etwa 400 Aufständische. Danach hatten nach Angaben des Provinzrates in Kandahar rund 650 Aufständische mehrere Dörfer im Distrikt Arghandab überrannt. Die Taliban hatten nach Beginn der Militäroffensive in Arghandab mit einer Serie von Selbstmordanschlägen in der 20 Kilometer südlich gelegenen Stadt Kandahar gedroht, der zweitgrößten Stadt des Landes. ISAF-Sprecher Carlos Branco sagte am Donnerstag, Kandahar-Stadt sei weiterhin "relativ ruhig". Afghanische Soldaten hätten dort am Mittwoch mehrere Sprengfallen entschärft.

Karsai ordnete die Provinzbehörden an, den mehreren hundert Menschen zu helfen, die vor der Gewalt aus Arghandab meist in die Stadt Kandahar geflohen waren. Der Präsident verfügte außerdem die Räumung der von den Taliban auf Straßen und in Kanälen gelegten Minen. "Nachdem die Taliban mehrere Dörfer im Distrikt Arghandab angegriffen hatten, haben sie nicht nur Minen gelegt, sondern die Ernte der lokalen Bevölkerung verbrannt und mehrere Brücken in der Gegend zerstört", sagte Karsai.

DPA DPA

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