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Afghanistan: Die traurigen Helden von Malagi

Wer sich in Afghanistan gegen die Taliban wehrt, kann nicht auf Hilfe durch die Bundeswehr hoffen. Die deutschen Soldaten "tun uns nichts", wissen die Taliban - und morden munter weiter.

Von Christoph Reuter, Kabul

Es war nie viel los in Malagi. An dem kleinen Dorf, westlich von Kunduz im Grünen gelegen, waren die Dramen Afghanistans meist schmerzlos vorübergezogen. Die Russen waren gekommen und wieder gegangen, die Taliban waren gekommen und im Dezember 2001 wieder gegangen, ohne dass in Malagi je gekämpft worden wäre. "Was wäre bei uns auch schon zu holen gewesen", sagt mit einem Beiklang von Wehmut der alte Hamidullah, Vorsteher der Koranschule und einer der Dorfältesten. Paschtunen und Tadschiken leben hier einträchtig nebeneinander, und der einzige erinnerliche Feind war eine Melonenkrankheit, welche die Ernte der wichtigsten Frucht Malagis gelegentlich empfindlich schmälerte.

Vielleicht war einfach nie genug los gewesen in Malagi. Ab und an waren in den vergangenen Jahren die Patrouillen der Bundeswehr aus dem nahegelegenen Lager in Kunduz vorbeigekommen. Hatten die Dörfler gesehen, dass die Hauptstraße einen halben Kilometer entfernt asphaltiert wurde. Dass in der Nähe Schulen, Gesundheitsstationen, Polizeistationen gebaut wurden. "Nicht bei uns", erzählt Hamidullah bescheiden, "denn dafür sind wir auch zu klein". Immerhin gab es Jobs für die Männer, die früher nach Pakistan oder Saudi-Arabien zum Arbeiten gegangen waren. Die Leute von Malagi mochten die Deutschen und fanden, dass die Dinge auf dem richtigen Weg sind. Auch, als nebenan im Bezirk Charrah Darah immer mehr Taliban auftauchten.

Unbeabsichtigtes Heldentum

Sie mochten die Taliban nicht. Und so dachten sie nicht lange nach, als am 6. November vergangenen Jahres zwei Unbekannte auf einem Motorrad mit seltsamer Fracht durch ihr Dorf kamen. Wenn man durch ein afghanisches Dorf kommt, hält man an, plaudert, bleibt vielleicht auf einen Tee. Die beiden auf dem Motorrad aber taten nichts davon, schauten stur und düster geradeaus, obwohl sie sich im Gewirr der Lehmpfade verfuhren. Ein paar Leute fragten, boten Hilfe an, aber als die Fremden nicht mal antworteten, blockierten die Dörfler den Weg und wollten wissen, wer die Fremden seien. Woraufhin der Fahrer Gas gab, seinen älteren Beifahrer verlor, fliehen wollte, um die Ecke hinter der Moschee verschwand - und dann gab es eine gewaltige Detonation.

Ohne es zu wissen, hatten die Leute von Malagi Abdul Ghazi festgesetzt, einen der höchsten Taliban-Kommandeure der Gegend. Dessen junger Fahrer einen mitgeführten Sprengsatz gezündet hatte. Oder die Ladung war aus Versehen losgegangen, als er im Lehm mit dem Motorrad ausrutschte, denn an der Moscheemauer stand niemand - und nach der Explosion auch die Mauer nicht mehr.

Malagi - Leuchtturm der Hoffnung

Abdul Ghazi wurde der Polizei übergeben. Es war das erste Mal in der Gegend von Kunduz, dass couragierte Zivilisten einen Talibanführer festgenommen hatten. Begeistert sprach der Kommandeur des deutschen Lagers von den "Helden von Malagi". Ein Vorbild an Zivilcourage, befanden Oberst Uwe Benecke und ließ Geld anbieten für den Wiederaufbau der Moscheemauer. Noch monatelang wurde Malagi in Hintergrundgesprächen als Beispiel angeführt, dass die Stimmung sich gegen die Taliban wende und die Afghanen selbst sich nun zur Wehr setzten.

Die ersten Tage freuten sich die Menschen in Malagi noch über das jähe Wohlwollen. Bis die Taliban die erste Ankündigung schickten, dass sie diese Schmach nicht ungerächt lassen würden. Das erzählten die Dörfler den Deutschen. Die schickten die afghanische Polizei vorbei. Die Polizei sei schließlich zuständig für den Schutz der Afghanen.

Mit der Nacht kommen die Taliban

Polizei kam, schaute - und fuhr wieder, den Dörflern noch viel Glück wünschend. Denen langsam dämmerte, dass ihr Heldentum vielleicht doch etwas voreilig gewesen war. Denn immer wieder, stets nachts, kamen die Taliban zum Dorf, hinterließen ihre "nightletters" mit Todesdrohungen. Dann wurde der erste Mann aus Malagi erschossen, bald darauf in der Nähe noch jemand. Bald wollten die Leute von Malagi an ihr Heldentum nicht mehr erinnert werden. Auch das Geld der Deutschen wollten sie gar nicht mehr annehmen. Taten es dann doch, und bauten die Moscheemauer wieder auf. Aber was sie dringender gebraucht hätten, wäre: Schutz. Sicherheit.

Die deutschen Soldaten kamen auch ab und zu vorbei, zehn Mal alleine von November bis zum Frühjahr. Aber eben stets tagsüber, unangreifbar in ihren gepanzerten Dingos, schwer bewaffnet. Tagsüber bliebe es ohnehin ruhig. Aber nachts, wenn die Taliban wiederkamen, waren die Deutschen nicht mehr da. Schichtwechsel, gewissermaßen.

"Wir werden euch alle töten!"

Im April ist es ruhig in Malagi. Etwas zurückhaltend zeigt Hamidullah die neue Moscheemauer, "schöner als vorher", aber über die Heldentat des Dorfes mögen weder er noch die anderen Männer so recht reden. Nein, nein, alles sei ruhig, beteuern sie. Bis es einem herausrutscht, dass vor Tagen schon wieder eine gepinselte Warnung auf einer Tür stand: "Wir werden euch alle töten!" Aber ansonsten sei es friedlich. Naja, bis auf die zwei Toten bisher. Doch sonst sei es ruhig in Malagi. Ruhiger jedenfalls als in mehreren anderen Dörfern des Bezirks Charrah Darah in der Nachbarschaft.

Dort sammeln sich das Frühjahr über afghanische Taliban, die vor der bevorstehenden US-Offensive in Helmand nach Norden ausweichen. Seit Ende April die pakistanische Armee ins von den Taliban beherrschte Swat-Tal einrückt, kommen auch vermehrt pakistanische Taliban nach Charrah Darah, und im Juni trifft ein stern-Mitarbeiter den Kommandeur einer usbekischen Taliban-Gruppe, der es mit seinen Männern dort sicherer findet als in Usbekistan: "Die Deutschen sind kein Problem für uns, die tun uns nichts!" Ab und an seien schon im vergangenen Winter deutsche Einheiten gen Charrah Darah ausgerückt, aber hätten stets afghanische Soldaten und Polizisten vorgeschickt, "und die legen sich nicht mit uns an!" Bis zum Hauptquartier der Taliban in einer örtlichen Koranschule sind elf Strassensperren der Taliban zu passieren, mobile Checkpoints aus Motorrrädern und zwei, drei Bewaffneten. Die Taliban kontrollieren jeden Winkel der Umgebung.

Als wir im Juli noch einmal nach Malagi wollen, raten die Dorfältestem dem vorausgefahrenen Afghanen dringend ab: "Kommt nicht mehr! Wir können euch nicht schützen!" Die deutschen Soldaten seien gute Menschen, das gewiss, aber sie könnten oder wollten jene nicht schützen, die sich gegen die Taliban gestellt hätten. An ihre Heldentag vom vorigen Winter mögen die Menschen von Malagi nicht mehr erinnert werden.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(