Afghanistan Regierung bittet Taliban um Zeit


Am Montagvormittag lief das von den Taliban gesetzte Ultiumatum ab, kurz zuvor hatte die afghanische Regierung die Entführer der der 22 Südkoreaner gebeten, zwei zusätzliche Tage für Verhandlungen einzuräumen. Eine Antwort der Taliban steht noch aus.

Kurz vor Ablauf des Ultimatums der Taliban hat die afghanische Regierung die Rebellen im Fall der 22 südkoreanischen Geiseln um mehr Zeit gebeten. "Unsere Delegierten sind im Gespräch mit ihnen (den Taliban), damit sie uns zwei zusätzliche Tage geben", sagte der Gouverneur der südostafghanischen Provinz Ghasni, Mehrajuddin Patan. Am Montagvormittag um 9.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit lief das Ultimatum ab, das die Rebellen zuvor bereits mehrfach verlängert hatten. Bislang äußerten sich die Taliban nicht zu der Bitte um Fristverlängerung.

Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi hatte am Sonntag gedroht, es handelte sich um das "letzte Ultimatum" für die Regierungen in Kabul und Seoul. Sollten sie bis Ablauf der Frist nicht zustimmen, acht in afghanischer Haft einsitzende Taliban-Kämpfern freizulasen, würden die Geiseln getötet. 23 Südkoreaner - Mitglieder einer Freikirche, die in Afghanistan medizinische Hilfe leisten wollten - waren am 19. Juli auf dem Weg von der Hauptstadt Kabul nach Kandahar im Süden des Landes verschleppt worden. Die Entführer haben bereits eine der Geiseln getötet.

Unterdessen bemüht sich das Auswärtige Amt in Berlin weiter um die Freilassung des entführten deutschen Bauingenieurs in Afghanistan. Nach ARD-Informationen ist die Geisel am Leben. Dem 62-Jährigen gehe es den Umständen entsprechend gut, berichten Korrespondenten.

Nato will kleinere Bomben einsetzten

Weil die Zahl der zivilen Opfer steigt, will die Nato bei ihren Einsätzen in Afghanistan künftig kleinere Bomben abwerfen. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte der "Financial Times", die wachsende Zahl der Kriegstoten habe der Nato geschadet. Um Konfrontationen mit der Zivilbevölkerung zu vermeiden, sollen Hausdurchsuchungen künftig häufiger von den afghanischen Streitkräften durchgeführt werden. Zuvor hatte der afghanische Präsident Hamid Karsai das Vorgehen der westlichen Truppen im Land scharf kritisiert.

AP/DPA/Reuters AP DPA Reuters

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