Al Sarkawi-Anwerbung 300 Schläfer warten auf Einsatz


Der kürzlich getötete Top-Terrorist Abu Mussab al-Sarkawi hat angeblich Hunderte von Ausländern im Irak zu Terroristen ausgebildet und später wieder in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Dort sollen sie auf ihre Aktivierung warten.

Der irakische Al-Kaida-Chef Abu Mussab Al Sarkawi hat einem Zeitungsbericht zufolge in der Zeit vor seinem Tod hunderte Extremisten rekrutiert und ausgebildet. Diese so genannten Schläfer warten jetzt auf ihren Einsatz. Sarkawi war vor wenigen Tagen bei einem US-Luftangriff im Irak getötet worden. Er wird für einen großen Teil der Gewalt verantwortlich gemacht, die das Land seit dem Einmarsch der US-geführten Truppen im März 2003 erschüttert. Die Al-Kaida hatte erklärt, Sarkawis Tod sei ein Ansporn für umso heftigere Gewalt.

Schläfer könnten nun mobilisiert werden

Diese etwa 300 Personen hätten Sarkawi und seine Helfer zusätzlich zu denen angeworben, die für Anschläge im Irak vorgesehen seien. Dies berichtete die US-Zeitung "New York Times" in ihrer Sonntag-Ausgabe unter Berufung auf hochrangige Mitarbeiter von Sicherheits-Behörden in Jordanien. Die Zeitung zitierte zudem ein ehemaliges Mitglied des Nationalen US-Sicherheitsrates, Steven Simon, mit den Worten, nach seiner Einschätzung könne der nächste Schritt sein, dass die Netzwerke nun mobilisiert würden, um Europäer anzugreifen.

Nach dem Bericht der "New York Times" war Al Sarkawi in letzter Zeit bemüht, den Aktionsradius seiner Terrororganisation weit über den Irak zu erweitern. Sein Operationsfeld war ausgenommen von wenigen Anschlägen in Jordanien der Irak. Die jordanischen Sicherheitsbehörden hätten die Aktivitäten ihres Landsmanns in zurückliegenden fast zwei Jahrzehnten besonders aufmerksam verfolgt, schrieb das Blatt.

Terror-Experten glauben an niedrigere Zahl

Es sei das erste Mal, das konkrete Zahlen über den Umfang von Sarkawis Rekrutierungen bekannt geworden seien, hieß es. US-Anti-Terrorexperten halten die Zahl 300 für zu hoch angesetzt. Ihrer Meinung nach seien es möglicherweise wesentlich weniger. Zwar hätten auch US-Experten Bewegungen von im Irak ausgebildeten Extremisten zurück in ihre Heimatländer registriert. Allerdings sei man von einer deutlich geringeren Zahl ausgegangen.

DPA/Reuters DPA Reuters

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