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US-Ausstieg aus Iran-Abkommen "Schlechte Nachricht für die Welt": Merkel übt scharfe Kritik an Trump

Angela Merkel spricht im Rahmen des Katholikentages
Angela Merkel spricht im Rahmen des Katholikentages
© Marcel Kusch / DPA
"Wenn jeder macht, worauf er Lust hat, ist das eine schlechte Nachricht für die Welt". Mit diesen Worten kommentierte Angela Merkel die Entscheidung Trumps, das Atomabkommen mit dem Iran aufzukündigen und erhob schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten. 

Der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran hat der internationalen Gemeinschaft nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schweren Schaden zugefügt. Die Aufkündigung des Abkommens durch US-Präsident Donald Trump "verletzt das Vertrauen in die internationale Ordnung", sagte Merkel am Freitag beim Katholikentag in Münster. Es sei "nicht richtig", eine vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig gebilligte Verabredung einseitig aufzukündigen.

Sie sehe "mit Sorge, dass der Multilateralismus in einer wirklichen Krise ist", sagte Merkel mit Blick auf den US-Ausstieg aus dem Abkommen weiter. "Wenn jeder macht, worauf er Lust hat, ist das eine schlechte Nachricht für die Welt", zeigte sich die Kanzlerin in ihrer Ansprache beim Katholikentreffen in Münster überzeugt und versicherte zugleich: "Ich werde mich weiter für die transatlantische Partnerschaft einsetzen."

Schwere Verstimmung zwischen EU und USA

Im Verhältnis zwischen der EU und den USA gibt es derzeit massive Verstimmungen und eine große Verunsicherung wegen des Ausstiegs Washingtons aus dem Atomabkommen. Dieses hatten die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrats sowie Deutschland im Juli 2015 mit dem Iran nach jahrelangen Verhandlungen geschlossen. Am Dienstag verkündete US-Präsident Donald Trump den Ausstieg der USA, während die übrigen Vertragspartner an der Vereinbarung mit Teheran festhalten wollen.

ivi AFP

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