Animationsfilm Der Syrien-Konflikt in fünf Minuten

Der Syrien-Konflikt in fünf Minuten.
Mehrere Dekaden lang ertrugen die Menschen in verschiedenen Ländern des Mittleren Ostens autoritäre Regime. Dann begannen sie, sich dagegen aufzulehnen. Im sogenannten "Arabischen Frühling" vertrieben sie ihre alten Machthaber.
Die Aufstände in Ägypten und Tunesien vollzogen sich schnell und zielgerichtet. In Libyen gingen die Proteste in einen kurzen Bürgerkrieg über, der mit dem Tod von Muammar Gaddafi endete. In Syrien allerdings entfaltete sich eine andere Geschichte…
Das ist Bashar al Assdad - Syriens Präsident. Sein Vater, Hafez, war 30 Jahre lang an der Macht. Er modernisierte das Land – doch die Syrer mussten dafür brutale Repressionen in Kauf nehmen.
Nach dem Tod seine Vaters übernahm Bashar im Jahr 2000 die Regierung. Am Anfang versprach er noch, dass er den Staat anders lenken werde. Doch die Flitterwochen mit seinem Volk hielten nicht lange an.
Nach den ersten Anzeichen von Unstimmigkeiten beschnitt Assad die Meinungsfreiheit wieder. Er isolierte die Wirtschaft und machte deutlich, dass er keine demokratische Regierung anstrebte.
Es folgten zwölf Jahre der Repression. Erst nach den Aufständen in Ägypten und Tunesien zogen in Syrien Tausende auf die Straße, um Reformen zu verlangen.
Erst gab sich Assad versöhnlich, aber die Repressionen hielten weiter an. Das wiederum verstärkte die Proteste im Land.
Die Antwort der Armee folgte prompt. Sie eröffnete das Feuer auf die Demonstranten. Hunderte starben, Tausende wurden festgenommen. Der Tod der Demonstranten nahm alle Hoffnung auf ein friedliches Ende des Konflikts. Unmittelbar danach erschienen kleine Gruppen bewaffneter Rebellen auf der Bildfläche. Seitdem bekämpfen sich das Regime und die Aufständischen unnachgiebig. Innerhalb der ersten 18 Monate hat dieser Krieg das Leben von mehr als 60.000 Syrern gefordert. Untertitel „Was sind Ursachen des Konflikts?“ Nach dem ersten Weltkrieg etablierten die Briten und Franzosen die Länder des Mittleren Ostens und schufen neue Grenzen. Sie schlossen dabei viele verschiedene religiöse und ethnische Gruppen auf dem gleichen Gebiet zusammen. Eine dieser Gruppen sind die muslimischen Alawiten. Obwohl sie nur zwölf Prozent der Bevölkerung Syriens ausmachen, kontrollieren sie seit den 70er Jahren das Land. Unter der offiziellen Linie, das Land vor Extremisten zu beschützen, bevorzugte Assad die Alawiten und unterdrückte alle, die sie infrage stellten. Untertitel: Warum hält der Konflikt so lange an? Dass der Krieg lange andauern würde, war seit seinem Anfang klar. Die verschiedenen Rebellengruppen besaßen wenige Waffen und hatten wenige Anhänger. Es verband sie keine gemeinsame Idee, sondern nur ihr Hass gegen Assad. Die Wochen und Monate vergingen. Die Anzahl der Rebellen und ihrer Waffen nahm zu. Aber das reichte nicht aus, um Assad, der nun vom Iran unterstützt wird, in die Knie zu zwingen. Viele Rebellengruppen haben außerdem Zivilisten im Namen der Revolution entführt, missbraucht und getötet. Viele Syrer fragen sich nun, ob das alte Regime tatsächlich schlimmer war als die neuen Revolutionäre. Untertitel: Warum greifen die USA, Europa und die UN so wenig ein? Das hat vor allem einen Grund: Russland und China blockieren derzeit alle internationalen Bemühungen Assad in die Schranken zu Weisen. Russland und China verfolgen eigene Interessen in Syrien. Ihre Regierungschefs glauben zudem, dass der Arabische Frühling der Region weder Sicherheit noch Stabilität gebracht hat. Die USA hat lange nicht offen eingreifen. Denn keine der Rebellen-Gruppen ging mit ihrer Weltanschauung konform. Erst nachdem klar wurde, dass Assad Chemie-Waffen einsetzt, sagten den Aufständischen durch Waffen Unterstützung zu. Was könnte als nächstes passieren? Experten gehen davon aus, dass Assad gestürzt wird. Ihnen zufolge ist es nur eine Frage der Zeit. Obwohl sich die größten Rebellengruppen zusammengeschlossen haben, könnte der Bund zusammen brechen, wenn Assad gefallen ist. Der Kampf um die Macht könnte in einen neuen Bürgerkrieg münden. Das Land würde weiter zerfallen. Der Konflikt könnte auch andere Länder – wie die Türkei, den Libanon und den Irak – erreichen. Die fragile Stabilität des Mittleren Ostens würde das weiter erschüttern. Wie auch immer der Konflikt endet, wer es auch schafft die Macht in Syrien zu sichern – er wird vor einer großen Aufgabe stehen. Die syrische Wirtschaft ist erschüttert und das Volk tief gespalten. Es wird eine Herausforderung sein die Versprechen des Arabischen Frühlings auf diesen Ruinen zu verwirklichen.
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Was sind die Ursachen für den Syrien-Krieg? Welche Rolle spielen China und die USA? Und was bedeutet der Konflikt für den Mittleren Osten? Die wichtigsten Hintergründe im Überblick.
Von Wilson Liévano
Wilson Liévano

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