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Anschläge im Irak: Autobombe tötet 20 Menschen

Bei der Explosion einer Autobombe in der südirakischen Stadt Basra wurden mindestens 20 Menschen getötet und rund 40 verletzt, teilt ein Polizeisprecher mit.

Die Bombe ging um 20.30 Uhr (Ortszeit) in einem belebten Geschäftsviertel mit zahlreichen Restaurants und Läden hoch. Wie die Polizei mitteilte, war ein offenbar parkendes Fahrzeug in einem belebten Stadtteil vor einem vollbesetzten Restaurant explodiert. Viele Familien waren zum Zeitpunkt der Detonation in dem Viertel unterwegs, um einen der letzten Abende des Fastenmonats Ramadan zu feiern. Mehrere Fahrzeuge und umliegende Gebäude wurden zerstört. Rettungskräfte sammelten am Anschlagsort Körperteile ein. "Es wird eine Weile dauern, bis wir alle Leichen gezählt haben", sagte ein Mitarbeiter des irakischen Innenministeriums. Ein Augenzeuge sagte, es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt. Der Täter habe das Auto auf eine Armee-Patrouille zugesteuert, dann sei es explodiert.

Ein US-Luftangriff nahe der irakisch-syrischen Grenze soll nach Angaben eines Krankenhausarztes 40 Menschen das Leben gekostet haben. Bei Anschlägen auf die US-Truppen wurden am Montag auch wieder sechs US-Soldaten getötet. Mit mehr als 90 getöteten Soldaten wurde der Oktober damit zum verlustreichsten Monat seit Januar, als 107 Soldaten das Leben verloren.

Seit Beginn des Kriegs im März 2003 wurden nach Zählung der Nachrichtenagentur AP 2.025 Soldaten getötet. Derzeit sind 157.000 US-Soldaten im Irak stationiert, das ist einer der höchste Stände seit Beginn des Irak-Kriegs. Zu dem Luftangriff der US-Streitkräfte auf den Grenzort Obeidi gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Die USA erklärten, Kampfflugzeuge hätten in dem Ort zwei Häuser bombardiert, Angaben zu Opfern wurden aber nicht gemacht. Der Angriff habe einem Versteck eines ranghohen Funktionärs der Al Kaida im Irak sowie einem Gebäude gegolten, das vermutlich als Basis für Überfälle auf US-Soldaten und einheimische Sicherheitskräfte genutzt worden sei. Erst am 16. Oktober waren bei Luftangriffen im Umkreis von Ramadi rund 70 Menschen getötet worden.

Der Arzt Ahmed al Andsch sagte der Nachrichtenagentur AP, unter den 40 Toten seien zwölf Kinder. Auf Videobildern waren ein halbes Dutzend Tote zu sehen, darunter einige Kinder.

Bei Razzien in Bagdad wurden am Freitag und Samstag 98 mutmaßliche Aufständische festgenommen sowie mehrere Waffenlager entdeckt, wie die US-Streitkräfte am Montag mitteilten. So sei unter einer Badewanne ein Zugang zu einem Waffenversteck mit über 30 Schusswaffen, Munition und Geld gefunden worden.

Kurdenführer Barsani bei Blair

Der irakische Kurdenführer Masud Barsani und der irakische Planungsminister Barham Salih warben in London für andauernde Unterstützung ihres Landes. In einem Interview mit der BBC betonte Salih, der Irak mache Fortschritte, brauche aber Unterstützung gegen die Terroristen. Bei einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair wollten Salih und Barsani über die für den 15. Dezember geplante Parlamentswahl im Irak beraten. Blair betonte, die britischen Truppen würden den Irak erst verlassen, wenn der Terror besiegt sei. Er machte auch die Terroristen dafür verantwortlich, dass die Gewalt immer noch anhält und dass immer noch Koalitionstruppen in dem Land sind.

AP/Reuters / AP / Reuters
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