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Autobombe explodiert: Mindestens zehn Tote bei Terroranschlag auf Hotel in Somalia

Bei einem islamistischen Anschlag auf ein Hotel in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich vor dem Eingang eines Hotels in die Luft.

Brennendes Auto an der Anschlagsstelle in Mogadischu

Völlige Verwüstung in Somalia: Ein brennendes Auto steht an der Anschlagsstelle vor dem Hotel in Mogadischu

Bei einem Anschlag der islamistischen Shebab-Miliz auf ein Hotel in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind mindestens zehn Menschen getötet worden, darunter zwei Abgeordnete. Etwa 40 Menschen seien verletzt worden, verlautete aus Sicherheitskräften und von Ärzten. Direkt nach der Explosion einer Autobombe vor dem Hotel "Ambassador" habe es einen Schusswechsel zwischen Angreifern und Sicherheitskräften gegeben, sagten Augenzeugen und Sicherheitskräfte am Mittwoch. Bei einem US-Luftangriff wurde unterdessen offenbar ein Shebab-Kommandeur getötet.

Zu dem Angriff bekannte sich die Shebab-Miliz, die immer wieder Hotels, Restaurants und andere Einrichtungen in Mogadischu ins Visier nimmt. "Der Angriff begann mit einer starken Explosion und die Mudschahedin sind in das Gebäude eingedrungen", erklärten die Rebellen. Ein Vertreter der Sicherheitsdienste, Abdirasak Ahmed, sagte, "eine Autobombe hat ein Hotel getroffen, Zivilisten sind getötet worden". 

Somalia: Anschlag an belebter Straße in Mogadischu

In dem Hotel "Ambassador" an einer belebten Straße im Herzen der Stadt wohnen mehrere Abgeordnete. Aus Sicherheitskreisen hieß es, nach der Explosion der Autobombe habe es einen "komplexen Angriff" gegeben, die Gefechte dauerten an. Der Augenzeuge Mohammed Elmi sagte, er habe sieben zumeist verbrannte Leichen gesehen. Die Explosion sei "sehr stark" gewesen.

Übereinstimmenden Angaben zufolge waren die Angreifer zu dritt: Einer sei vor dem Hotel getötet worden, die anderen beiden seien in das Hotel eingedrungen. Der Augenzeuge Ibrahim Sheik Nur sagte, er habe mehrere Leichen im Innern des Hotels gesehen. Die Sicherheitskräfte seien nun im Hotel. Ein AFP-Reporter hörte aber weiter sporadische Schüsse aus dem Gebäude.

Das US-Verteidigungsministerium teilte derweil mit, bei einem US-Luftangriff sei vermutlich ein Shebab-Kommandeur getötet worden, der Angriffe in Kenia und Uganda geplant habe. Die Tötung von Abdullahi Haji Daud am Freitag werde zumindest kurzfristig "die Anschlagspläne durcheinander bringen", sagte der Pentagonsprecher Peter Cook. Er sei einer der wichtigsten Militärplaner der Shebab gewesen.

Sehab-Miliz verübt seit Jahren blutige Anschläge

Die Shebab-Miliz hatte in den vergangenen Jahren in Kenia und Uganda mehrere blutige Anschläge verübt. In Somalia wurde sie durch die Regierungstruppen und die 22.000 Soldaten der Afrikanischen Union aus Mogadischu und den anderen wichtigsten Städten vertrieben, doch kontrolliert sie immer noch einige ländliche Regionen und dringt bei Angriffen immer wieder bis ins Zentrum der Hauptstadt vor

tim / AFP
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