HOME

Anschläge in Ägypten: Spur nach Pakistan verliert sich

Auf der Suche nach den Attentätern von Scharm el Scheich scheinen Ermittler kurzfristig auf die falsche Fährte geraten zu sein: Zwar werden sechs Pakistaner gesucht, doch die würden nicht mit den Anschlägen in Verbindung gebracht.

Laut der ägyptischen Botschaft in Islamabad waren an den Terroranschlägen in Scharm el Scheich doch keine Pakistaner beteiligt. Zwar würden in Ägypten sechs Pakistaner gesucht, aber nicht im Zusammenhang mit den Bombenexplosionen, sagte Botschafter Hussein Haridi in der pakistanischen Hauptstadt. Aus Ermittlerkreisen verlautete derweil, dass entgegen vorherigen Vermutungen möglicherweise mehr als nur einer der Attentäter getötet wurde.

Die Regierung in Kairo habe ihn beauftragt, der Regierung in Islamabad ein offizielles Dementi bezüglich einer pakistanischen Verwicklung zu überbringen, so Haridi. Die sechs Pakistaner, denen in Medienberichten eine mögliche Tatbeteiligung unterstellt worden sei, hätten ihre Pässe in einem ägyptischen Hotel hinterlegt und seien dann spurlos verschwunden. Also werde aus Sicherheitsgründen nach ihnen gesucht. Man werfe ihnen aber keine Verwicklung in die tödlichen Anschläge vor, sagte der Botschafter. Die ägyptische Polizei hatte zuvor Fotos der Männer verbreitet.

Aus Ermittlerkreisen hieß es, möglicherweise seien bei allen drei Explosionen Angreifer ums Leben gekommen. Einem Gewährsmann zufolge untersuchte die Polizei mit Hilfe von DNA-Tests die sterblichen Überreste von zwei mutmaßlichen Attentätern. Bei einem soll es sich um einen Ägypter handeln, bei dem anderen um einen Ausländer. Die Leichen wurden an zwei verschiedenen Explosionsorten gefunden. Zuvor war von lediglich einem umgekommenen Attentäter die Rede gewesen. Außerdem hatte es geheißen, es werde nach drei mutmaßlichen Tätern gefahndet, die entkommen sein könnten.

Die Polizei hat in Verbindung mit den Anschlägen bislang etwa 70 Verdächtige verhört, von denen einige offenbar schon wieder freigelassen wurden. In der Nacht zum Dienstag wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen eine nicht näher genannte Anzahl Dorfbewohner aus dem nördlichen Sinai festgenommen, darunter auch mehrere Frauen. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

Unterdessen gab es ein neues Bekennerschreiben zu den Anschlägen. Die bislang unbekannte Gruppe Ägyptischer Tauhid und Dschihad erklärte im Internet, man habe im Auftrag von al-Kaida-Chef Osama bin Laden die "Kreuzritter" in Scharm el Scheich angegriffen, um die Glaubensbrüder im Irak und in Afghanistan zu unterstützen. Zuvor hatten sich bereits die Abdullah-Assam-Brigaden und die Heiligen Krieger Ägyptens zu den Anschlägen bekannt.

AP / AP