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Anschläge in Pakistan: Angst um Sicherheit pakistanischer Atomwaffen

Ein mutmaßlicher Taliban-Selbstmordattentäter hat in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi mindestens 35 Menschen mit in den Tod gerissen. Viele der Opfer seien ältere Menschen, die sich ihre Rente in einer Bank abholen wollten, sagten Offizielle am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein mutmaßlicher Taliban-Selbstmordattentäter hat in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi mindestens 35 Menschen mit in den Tod gerissen. Viele der Opfer seien ältere Menschen, die sich ihre Rente in einer Bank abholen wollten, sagten Offizielle am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. "Es war eine gewaltige Explosion. Rauch steigt über dem Tatort auf", sagte Nasir Naqvi, der ein nahe liegendes Reisebüro betreibt.

Im Fernsehen waren Bilder von Krankenwagen und Polizeifahrzeugen zu sehen, die zum Ort der Explosion rasten. Der Sprengsatz detonierte in dem Teil der Stadt, in dem neben mehreren Hotels auch das Hauptquartier der Armee liegt. Dieses war vor knapp drei Wochen Ziel eines Überfalls. Der erneute Anschlag in der Nähe des Machtzentrums des Militärs schürt die Furcht davor, die Atomwaffen des Landes könnten in die Hände der Islamisten fallen.

Die Armee geht derzeit in der Unruheregion Süd-Waziristan gegen Extremisten vor. Diese reagierten zuletzt immer wieder mit Anschlägen auf die Offensive. Die Regierung hatte unmittelbar vor dem neuerlichen Anschlag ein Kopfgeld auf die Führungsriege der Taliban ausgesetzt. Bis zu fünf Millionen Dollar wurden für ihre Ergreifung - tot oder lebendig - ausgelobt. "Diese Menschen sind definitiv Mörder der Menschlichkeit und verdienen eine abschreckende Bestrafung", hieß es am Montagmorgen in einer Anzeige in der Zeitung "The News". Daneben waren Bilder des Taliban-Anführers Hakimullah Mehsud und sieben weiterer hochrangiger Kommandeure zu sehen. "Helfen Sie der Regierung von Pakistan, damit diese Menschen ihre gerechte Strafe bekommen!"

Für Mehsud, seinen Top-Berater Wali-ur-Rehman und seinen Cousin Qari Hussain Mehsud, der als "Mentor der Selbstmordattentäter" bekannt ist, wurde ein Kopfgeld von jeweils rund 400.000 Euro festgesetzt. Das Militär hatte bei seinem Vormarsch in Süd-Waziristan erst vor kurzem Kotkai, den Geburtsort Hakimullah Mehsuds und die Heimat Hussain Mehsuds eingenommen. Derzeit rückt sie auf weitere Hochburgen der Taliban im Grenzgebiet zu Afghanistan vor.

Reuters / Reuters