Anschlag auf U-Bahn in Moskau Ermittler jagen Drahtzieher des Terrors


Trauer und Wut nach dem doppelten Terroranschlag in der Moskauer Metro: In der russischen Hauptstadt wurden die Fahnen an offiziellen Gebäuden auf Halbmast gesetzt. Die Ermittler fahnden unterdessen nach zwei Frauen und einem Mann. Die Zahl der Toten ist auf 39 gestiegen.

Nach dem Doppelanschlag auf die Moskauer U-Bahn ist ein 39. Todesopfer zu beklagen. Eine Frau sei in der Nacht zu Dienstag ihren Verletzungen erlegen, zitierten die russischen Nachrichtenagenturen RIA Nowosti und Interfax den Chef der Moskauer Gesundheitsbehörde, Andrej Seltsowski. Bei den Anschlägen waren mehr als 60 weitere Menschen verletzt worden.

Als Zeichen der Trauer wurden in Moskau die Fahnen an offiziellen Gebäuden auf Halbmast gesetzt. Fernseh- und Hörfunksender verzichteten auf Unterhaltungsprogramme und Werbung. Die russisch-orthodoxe Kirche organisierte Trauergottesdienste.

Attentäterinnen hatten offenbar Helfer

Zwei Selbstmordattentäterinnen hatten sich am Montagmorgen im Berufsverkehr in den U-Bahn-Stationen Lubjanka und Park Kultury in die Luft gesprengt. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Der Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, machte Rebellen aus den Konfliktgebieten im Nordkaukasus verantwortlich. Die Attentate wurden international scharf verurteilt. Nach dem Doppelanschlag fahnden die russischen Ermittler nach zwei Frauen und einem Mann, die den Selbstmordattentäterinnen geholfen haben sollen. Hinter der Bluttat werden islamistische Untergrundkämpfer aus dem Konfliktgebiet Nordkaukasus vermutet.

Präsident Dmitri Medwedew hatte an einem der Tatorte in der Metro Blumen niedergelegt. Er verurteilte das Blutbad und erklärte, die Täter seien keine Menschen sondern "Bestien" und würden getötet. Der Kremlchef ordnete verschärfte Sicherheitsvorkehrungen im Land an, um weitere Terrorakte verhindern zu lassen.

DPA/AFP DPA

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