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Nach Doppelanschlag auf Kirchen: Christen in Pakistan fordern Schutz

Der feige Doppelanschlag auf pakistanische Kirchen versetzt die christliche Bevölkerung in Angst und Schrecken. Sie protestieren nun, um ihre Trauer und Frustration zu zeigen und um Schutz zu fordern.

Pakistanische Christen halten Kerzen hoch - sie trauern um die 17 Menschen, die bei den Anschlägen auf Kirchen ums Leben kamen

Pakistanische Christen halten Kerzen hoch - sie trauern um die 17 Menschen, die bei den Anschlägen auf Kirchen ums Leben kamen

Nach dem Doppelanschlag auf Kirchen in der pakistanischen Metropole Lahore mit 15 Toten haben Christen der islamischen Republik Versäumnisse vorgeworfen. "Wir fordern besseren Schutz der Regierung für unsere Gotteshäuser", sagte der oberste Bischof Pakistans, Sadiq Daniel, in Karachi. Mit der Trauer und den Protesten wollten die Christen in dem mehrheitlich muslimischen südasiatischen Land ihren Ärger und ihre Frustration zeigen.

Christliche Schulen im Land - die als Eliteschulen gelten und daher auch von vielen Muslimen besucht werden - blieben geschlossen. Die Regierungen der Provinzen Punjab und Sindh, wo die meisten Christen leben, erklärten den Montag zum Trauertag. In christlichen Vierteln hissten Bewohner schwarze Flaggen. In Lahore und in Faisalabad – den beiden größten Städten Punjabs - kam es zu Protesten, bei denen Demonstranten den Verkehr blockierten, wie die Polizei mitteilte.

Am Sonntag hatten sich zwei Selbstmordattentäter während des Gottesdienstes vor zwei benachbarten Kirchen in die Luft gesprengt und 15 Menschen mit in den Tod gerissen. Ein Mob lynchte anschließend zwei Männer, die beschuldigt wurden, den Attentätern geholfen zu haben. Eine Taliban-Gruppe bekannte sich zu der Tat. Christen stellen etwa drei Prozent der rund 180 Millionen Pakistaner.

yps/DPA / DPA
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