VG-Wort Pixel

Terroranschlag in Libyen Fünf Ausländer unter den neun Todesopfern


Bei einem Anschlag auf ein Hotel in Libyen wurden neun Menschen getötet. Fünf von ihnen seien Ausländer. Man vermutet Milizen als Täter, doch die IS behauptet nun, sie stecke hinter der Tat.

Bewaffnete haben nach lokalen Medienberichten ein Vier-Sterne-Hotel in der libyschen Hauptstadt Tripolis attackiert. Mindestens fünf Männer hätten die Lobby des Hotels "Corinthia" gestürmt und um sich geschossen, berichtete die libysche Nachrichtenseite "Al-Wasat" unter Berufung auf Hotelangestellte. Unter den Opfern seien fünf Ausländer, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte, ohne deren Nationalitäten zu nennen. Zudem seien drei Wachleute sowie ein weiterer Mensch, den die Angreifer als "Geisel" genommen hätten, getötet worden. Vor dem Angriff explodierte laut der libyschen Nachrichtenagentur Lana eine Autobombe vor dem Hotel. Ein Täter sei mittlerweile gefasst, Sicherheitskräfte hätten das Hotel umstellt.

Das erste Opfer gab es nach Angaben der Sicherheitskräfte, als vor dem Hotel ein mit Sprengstoff präpariertes Auto explodierte. Danach hätten bewaffnete Männer das Hotel gestürmt, zwei Wachmänner erschossen und sich in dem Gebäude in die Luft gesprengt. Auch die fünf Ausländer wurden demnach erschossen, durch die Explosion des Autos wurden fünf Menschen verletzt, darunter zwei philippinische Angestellte des Hotels.

Milizen tragen Machtkämpfe aus

Im "Corinthia" wurden in der Vergangenheit häufig Diplomaten untergebracht. Seit eine islamistische Regierung in Tripolis regiert, hat die Bedeutung des Hotels nachgelassen. Eine international anerkannte Regierung tagt im ostlibyschen Tobruk. Milizen kämpfen für beide Seiten um die Macht in dem ölreichen Land.

Zunächst blieb unklar, wer für den Angriff verantwortlich ist. Im Internet behaupteten IS-Anhänger, die im Irak und in Syrien kämpfende Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stecke hinter der Tat. Der Miliz hatte im vergangenen Oktober eine im ostlibyschen Derna ansässige Terrorgruppe die Treue geschworen.

yps/AFP/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker