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Arbeitslosigkeit und höhere Abgaben: Viele Griechen können Steuerschulden nicht zahlen

Aufgrund von Gehaltskürzungen und Arbeitslosigkeit haben viele Griechen Probleme die erhöhten Steuerabgaben zu leisten. Der Staat plant unterdessen erneut Staatsanleihen zu verkaufen.

In Griechenland ist die Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht vorbei

In Griechenland ist die Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht vorbei

Wegen harter Besteuerung, hoher Arbeitslosigkeit und Kürzungen ihrer Gehälter können immer mehr Griechen ihre Steuerschulden nicht zahlen. Allein in den ersten sieben Monaten des Jahres seien die Steuerschulden um 7,2 Milliarden Euro gestiegen, berichtete die griechische Presse am Mittwoch unter Berufung auf Angaben des Finanzministeriums. Insgesamt summierten sich die Steuerschulden danach auf 67,9 Milliarden Euro. Dazu kämen noch 77 Milliarden Euro faule Kredite sowie 15 Milliarden Euro nicht gezahlte Beiträge an die Renten- und Krankenkassen.

Wie die Nachrichtenagentur DPA aus Kreisen der Regierung erfuhr, werden Steuersenkungen eine der wichtigsten Themen sein, über die Griechenland beim nächsten Treffen mit den Geldgeber-Kontrolleuren sprechen will. Das Treffen mit Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) soll zwischen dem 2. und 4. September in Paris stattfinden.   

Neue Staatsanleihen vielleicht schon im Herbst

Die griechische Regierung plant unterdessen sich im Herbst erneut Geld bei Privatinvestoren über Staatsanleihen zu beschaffen. Es sollen Papiere mit einer siebenjährigen Laufzeit platziert werden. Welches Volumen dieser dritte Marktgang seit April haben könnte, wurde nicht bekannt. Experten der Schuldenagentur (PDMA) fühlten bereits an den Märkten vor, wie groß das Interesse angesichts der globalen Krisenherde sei. Athen war es im April - vier Jahre nach dem finanziellen Kollaps - erstmals wieder gelungen, Kapital bei privaten Investoren aufzunehmen. Damals ging es um eine Summe von drei Milliarden Euro, der Zinssatz für die fünfjährige Staatsanleihe betrug 4,75 Prozent. Im Juli folgte die Platzierung einer weiteren Anleihe mit dreijähriger Laufzeit. Damals wurden 1,5 Milliarden Euro eingesammelt, der Zinssatz lag bei 3,375 Prozent.

ono/DPA / DPA
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